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- Wie alles begann… (14)
- 23.12.2011: Kapitel 13: Der Weihnachtsbaum unter dem Buddha
- 17.11.2011: Kapitel 12: Aua, was tut mehr weh? Der Zahn oder die Praxisgebühr?
- 15.11.2011: Kapitel 11: "Großes Geschäft" von Miss Moneypenny
- 14.11.2011: Nudelschonkost
- 22.9.2011: Kapitel 10: Igitt, wie schmeckt das denn?!
- 9.9.2011: Kapitel 9: Enttäuschung und Zweifel
- 17.8.2011: Kapitel 8: Wer schreit lauter? Die Spinnen oder ich?
- 3.8.2011: Kapitel 7: Pleite(n), Pech & Pannen
- 27.7.2011: Kapitel 6: Toilettenpapier in den Haaren
- 19.7.2011: Kapitel 5: Jetzt fehlen nur noch die elektronischen Fußfesseln!
Kapitel 13: Der Weihnachtsbaum unter dem Buddha
23.12.2011 von admin.
Seit sich so langsam das Christentum aus unserem Leben „hinausgeschlichen“ und der Buddhismus „hineingeschlichen“ hatte, also seit ungefähr so 7 oder 8 Jahren, hatten Jörg und ich kein Weihnachtsfest mehr gefeiert. Schließlich ist ja das Vesakh Fest im Mai der höchste „Feiertag“ der Buddhisten.
Doch nach den vielen Turbulenzen und Anstrengungen in 2011 hatte ich dieses Jahr so richtig Sehnsucht danach Weihnachten zu feiern. Nicht als Christi Geburt, sondern einfach als traditionelles Fest, das das Herz erwärmt. Gerne auch richtig kitschig, einfach etwas für die Seele. Da aber zum einen unsere Wohnung (da eher asiatisch eingerichtet), nirgendwo den richtigen Platz für eine pompöse Weihnachtsdekoration hergab und zum anderen auch permanente Ebbe im Portemonnaie herrschte, kam es nur zu einer kleinen Weihnachtsdekoration auf dem Esszimmertisch: ein Mini-Weihnachtsbaum (45 cm hoch), ein Rentier und ein blinkender Schneemann. Also eigentlich Kitsch pur und dann auch noch direkt unter einem großen Buddha-Gemälde stehend. Aber wir haben sooooo viel Freude daran wenn abends der Schneemann in allen Farben bunt blinkt. Und Buddha blickt, wie immer weise lächelnd, darauf hinab, denkt sich wohl seinen Teil, aber akzeptiert einfach alles so wie es ist. Jeder von uns hat ein kleines Geschenk für den anderen und für unsere beiden kleinen Hunde gibt es Würstchen. Ich freue mich so sehr auf morgen. Ich glaube dies wird unser schönstes Weihnachtsfest, das wir je hatten. Auch wenn früher der Weihnachtsbaum mannshoch war und der Geschenke-Berg nicht minder klein.
Jetzt zum Jahresende möchte ich ein kurzes Resümee über die letzen 6 Monate seit dem letzen Symposium im Juni ziehen. Jeder der die ersten Kapitel meines Blogs gelesen hat, kennt ja die Geschichte vom Symposium, wie es dazu kam, unsere Intention die wir damit verfolgten, den hohen Verlusten, die wir eingefahren haben und unseren dadurch bedingten sozialen Abstieg. Als ich am 04. Juli das erste Kapitel meines Blogs schrieb, hatte ich mir ein kleines Glas Ramazotti neben den Computer gestellt, da ich gerade das Buch „Wenn das Leben dir eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila“ gelesen hatte. Als Hommage an meine italienischen Vorfahren, habe ich aber lieber zu Ramazotti als zu Tequila gegriffen. Auch jetzt habe ich mir gerade ein Gläschen geholt, weil ich dachte das gehört jetzt zum Jahresrückblick dazu.
Am Anfang stellte sich die Frage, ob es richtig sei, unsere Geschichte so öffentlich zu machen. Schließlich gibt man in Deutschland nicht gerne zu, wenn es einem schlecht geht. Das wird lieber „unter den Teppich gekehrt“ und die Erfahrung zeigt, dass viele davon eher unangenehm berührt sind. Rührt sich doch das eigene schlechte Gewissen, wenn es einem selbst so gut geht und anderen schlecht. „Die sind doch selbst schuld“ ist dann schnell die Alibi-Ausrede. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es richtig war. Wir haben zwar einige Freundschaften und Kontakte verloren (interessanter Weise durchweg Leute mit gut situiertem Hintergrund), aber auch viele, und in meinen Augen, wertvollere Bekanntschaften dazu gewonnen. Viele Menschen stehen mit uns in eMail Kontakt und haben sich selbst uns gegenüber geöffnet: von ihrem eigenen Schicksal erzählt, und ihren eigenen Probleme. Ich habe dadurch eine starke Empathie entwickelt und fühle oft soviel Mitleid, dass es fast weh tut. Man muss nicht immer nach Afrika oder Asien schauen, auch in unserem offiziell so wohlhabenden Deutschland gibt es viele Menschen, denen es richtig schlecht geht. Aber nicht nur finanziell, sondern oft auch seelisch. Das Wort Burn out oder Erschöpfungssyndrom habe ich dieses Jahr von vielen gehört. Und es zeigt, dass in unserer Gesellschaft etwas nicht stimmt. Und diese Schicksale spornen mich an, weiter zu machen. Viele haben uns dieses Jahr etwas gegeben und ich möchte einfach in die Situation zurückkommen anderen auch wieder etwas zu geben.
Zunächst einmal möchte ich, auch im Namen von Jörg, allen danken, die uns dieses Jahr etwas für das Symposium gespendet haben. Dabei war auffällig, dass die meisten Menschen, die uns etwas gespendet haben, selbst in bescheidenen Umständen leben: so sind es u.a. alleinerziehende Mütter, die uns etwas spenden, oder Nonnen, oder Personen, die selbst von Hartz IV oder Insolvenz betroffen sind, oder Personen, die erkrankt sind und deshalb selbst kein großes Einkommen haben. Diesen Menschen gehört mein großer Dank, mein höchster Respekt, ich verneige mich vor Ihnen. Dagegen kenne ich wiederum viele, denen es finanziell hervorragend geht, die aber leider keine 5 EUR für das Symposium gespendet haben. Aber auch das habe ich gelernt zu akzeptieren.
Mein besonderer Dank gilt auch der Mahabodhi Buddhistische Begegnungsstätte – Familie H. Euler Stiftung, die das Symposium 2011 gefördert hat: www.mahabodhi.de
Hier noch einmal das Resümee in Zahlen:
1. Seit dem Beginn meines Blogs am 04.07.2011 hatte ich 6.355 Besucher, die 15.472 Kapitel gelesen haben.
2. An Spenden und Fördermitteln konnten insgesamt 4.807,19 EUR generiert werden.
3. Fünf Personen sind stille Gesellschafter der KG geworden mit einem Gesamtkapital von 10.000 EUR.
„Menschen spenden nicht für irgendwelche Anlässe. Menschen spenden vielmehr anderen Menschen, die sich für bestimmte Anlässe engagieren“ (Sprichwort, Verfasser unbekannt).
Das erhaltene Geld ist mit jedem Cent in das Symposium geflossen und wurde bestmöglich eingesetzt (aha, da kommt die ehemalige Bankerin in mir durch). So haben wir in erster Linie versucht mit den vorhandenen Geldern private Vergleiche mit den Gläubigern des Symposiums zu schließen. D.h. wir haben ihnen noch eine angemessene Summe angeboten, mit der Bitte eventuell dann auf den Restbetrag der Rechnung zu verzichten. Jeder hat aber mindestens zwei Drittel seiner ursprünglichen Rechnung erhalten. Diese Menschen und Unternehmen haben dies „aus Respekt vor unserem Engagement“ (Zitat) getan, wie sie uns schrieben. Dafür unseren herzlichen Dank und auch unseren Respekt.
Das Endergebnis macht mich fast ein wenig stolz: Nach dem zweiten Symposium im Juni 2011 standen wir mit 79.000 EUR offenen Rechnungen da. Und wir haben nicht, obwohl uns viele dazu rieten, Insolvenz angemeldet. Wir wollten es einfach schaffen, dass jeder unserer Gläubiger wenigstens einen angemessenen Teil seiner Rechnung bezahlt bekommt. Schließlich wurde ja auch etwas dafür geleistet.
Heute, ein halbes Jahr später, sind es nur noch 49.963,42 EUR an offenen Rechnungen. Fast 30.000 EUR weniger und die magische Grenze von 50.000 EUR ist unterschritten! Wenn das mal kein großartiges, Mut machendes Ergebnis ist! Und es spornt an weiter zu machen und nicht aufzugeben, auch wenn es oft schwer ist. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben.
Das Jahr 2011 war oft schlimm; es flossen viele Tränen und wir gingen oft an unsere körperlichen und mentalen Grenzen. Aber ich bin froh, dass wir beide so gut und vor allem gesund durchgehalten haben. Scheinbar sind wir doch beide stärker als ich es jemals dachte. 2012 möchte ich wieder aufstehen „wie Phönix aus der Asche“.
Ich wünsche allen meinen Leserinnen / Lesern besinnliche, aber auch fröhliche Weihnachtsfeiertage und alles Gute für das neue Jahr…
… wenn Sie gerade krank sind: Gesundheit,
… wenn Sie gerade alleine sind: Liebe und Freundschaft,
… wenn Sie enttäuscht wurden: Vertrauen und
… wenn es Ihnen auch gerade finanziell schlecht geht: die Hoffnung auf bessere Zeiten und Menschen, die sie unterstützen, so wie man uns unterstützt hat.
Mit dem nachfolgenden Gedicht möchte ich allen, denen es gerade nicht so gut geht, Mut machen. Und im Januar geht es definitiv weiter mit meinem Blog. Die Geschichte der Dalai Lama Veranstaltung ist ja noch lange nicht zu Ende erzählt. Und lustig wird es auch wieder! Also schauen Sie mal wieder rein.
Herzlichst Ihre
Mona Ulmer
(mit Jörg, Emily und Minnie)
Danksagung
Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben.
Sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten.
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.
Ich danke allen, die mich belogen haben.
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben.
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben.
Sie haben meinen Trotz geschürt.
Ich danke allen, die mich verlassen haben.
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben.
Sie haben mich erwachsen werden lassen.
Ich danke allen, die mich verletzt haben.
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben.
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.
Ich danke allen, die mich verwirrt haben.
Sie haben mir meinen Standpunkt klar gemacht.
Vor allem aber danke ich all denen,
die mich lieben, so wie ich bin.
Sie geben mir die Kraft zum Leben!
Danke.
(Gedicht von Paulo Coelho)
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Kapitel 12: Aua, was tut mehr weh? Der Zahn oder die Praxisgebühr?
17.11.2011 von admin.
Was bedeutet es arm zu sein in Deutschland? Meiner Meinung nach in erster Linie Angst zu haben! Wenn man keinerlei Möglichkeiten hat irgendwelche Rücklagen zu bilden, und seien sie auch noch so klein, lebt man jeden Tag in der Angst, es könnte etwas passieren, wofür kein Geld da ist. Und ich meine damit weniger die größeren Dinge, wie eine defekte Spülmaschine oder Waschmaschine. Ohne Spülmaschine kann man sowieso auskommen, ohne Waschmaschine zur Not auch. Nein, es geht dabei um die ganz kleinen Dinge wie z.B. reicht das Geld auch noch am Monatsende für Lebensmittel? Was ist wenn jemand von uns krank wird? Sind dann die 10 EUR für die Praxisgebühr da, oder für Medikamente? Was ist wenn drei Glühbirnen auf einmal kaputt gehen. Muss man dann im Dunkeln sitzen?
Diese Angst kann man eigentlich nie ablegen. Sie verfolgt einem den ganzen Tag. Richtig Entspannung ist da nur selten möglich. Nachts, wenn es dunkel ist, ist es am schlimmsten. Da ist auch kaum an Schlaf zu denken. Wir haben noch das Glück zu zweit zu sein. Was aber ist mit einem mittellosen Menschen, der alleine ist, vielleicht auch noch alt dazu?
Es wird so schnell und leichtfertig dahin gesagt, dass es in unserem Wohlstandsstaat allen gut geht, auch den Hartz IV-Empfängern. Um dies wirklich beurteilen zu können, muss man definitiv erst einmal selbst in dieser Situation gewesen sein. Vielleicht ist es ein wenig anders, wenn man in einer Hartz IV-Familie aufgewachsen ist und sich von Beginn an ein Leben ohne finanzielle Verpflichtungen aufgebaut hat. Anders ist es aber, wenn man mitten aus dem Leben, aus welchen Gründen auch immer, da hinein katapultiert wurde. Dann bestehen da Verträge, aus denen man kurzfristig gar nicht herauskommt. So wie bei uns zum Beispiel das geleaste Auto, diverse Versicherungen oder die Immobilie, für die erst mal ein Käufer gefunden werden muss.
Zum Beispiel das Auto: Wir dachten zunächst, wir könnten es einfach der Leasinggesellschaft zurückgeben. Weit gefehlt; das ist nicht möglich. Und es kommt noch schlimmer: würden wir die Raten einfach nicht bezahlen, so würde die Leasinggesellschaft zwar das Auto abholen, aber dennoch auf die Erfüllung des Vertrages pochen und ggfs. die private Insolvenz beantragen. Also waren wir beim Autohändler und haben gefragt, ob er das Auto für uns verkaufen könnte, um daraus den Leasingvertrag auszulösen. Schließlich ist unser Auto erst drei Jahre alt und hat kaum Kilometer drauf. Jetzt kam der nächste Hammer: wir fahren ein Hybrid-Auto und wie wir erfahren haben, sind dies die absoluten Ladenhüter, die keiner haben will. Deshalb wollte er das Auto auch nicht annehmen. Wir haben uns damals aus Umweltschutzgründen für ein solches Auto entschieden (ganz getreu dem Motto unsere Kongresses: „Zukunft jetzt gestalten. Heute für ein lebenswertes Morgen handeln“). Und durch den Versuch etwas Gutes zu tun, sind wir nun schon wieder die „Gelackmeierten“. Hat
Oder unser Krankenversicherungssystem. Wir alle zahlen hohe Beiträge, die auch noch stetig steigen. Wir zum Beispiel haben jahrelang den Höchstsatz eingezahlt. Aber die, meiner Meinung nach, elementarsten Dinge wie Zähne und Sehhilfen werden von der Krankenkasse nicht bezahlt. Und auch nicht vom Sozialamt. Jörg bräuchte zum Beispiel dringend eine neue Brille, da er nun in einem Alter ist (grins), in dem sich die Sehstärke schneller ändert. Aber niemand würde etwas dazugeben, weder die Krankenkasse noch unser so genannter Sozialstaat. Letzte Woche musste ich wegen Schmerzen zum Zahnarzt. Aua, was tat mehr weh? Der Zahn oder die 10 EUR Praxisgebühr? Der Nerv ist lädiert, könnte zum Glück aber wieder gesunden. Alternativ hätte der Zahnarzt auch eine Wurzelbehandlung machen können. Diese hätte aber anschließend eine Überkronung erfordert. Und Zahnkronen haben eine hohe Zuzahlung, die wir uns, auch nicht als Ratenzahlung, hätten leisten können. Arm sein in Deutschland bedeutet manchmal auch körperlichen Schmerz.
Sicher werde ich so manch anderem Hartz IV-Empfänger aus der Seele sprechen. Oder andere, die das nicht so sehen, vielleicht „auf die Palme bringen“. Kommentare sind aber ausdrücklich erwünscht.
Heute ist unser Jahrestag: vor 26 Jahren hatten Jörg und ich unser erstes Date. Und, ganz typisch für uns: wir gingen nicht etwa in die Disco und die Bar, schließlich waren wir ja Mitte zwanzig; nein, wir verabredeten uns für den Zoo! Als wir bei der Hühnerbrutstation standen, schlüpfte gerade ein Küken. Wir sahen zu und warteten über eine Stunde bis es endlich das „Licht der Welt“ erblickt hatte. Dies war der Moment, als Jörg zum ersten Mal meine Hand hielt. 26 Jahre ist eine lange Zeit. Und das schafft heute leider nicht mehr jeder. Oft wird sogar nur noch von „Lebensabschnittsgefährten“ gesprochen. Deshalb wollten wir uns an diesem Tag eigentlich etwas Besonderes können: seit langem wieder einmal Essen gehen, zum Asiaten. Dafür hatte ich seit einem halben Jahr jede Woche einen Euro gespart: 30 Euro. Ausgerechnet seit gestern hat unser Hund Emily schrecklichen Durchfall. Hausmittel haben nicht geholfen, also waren wir eben beim Tierarzt. Die Rechnung machte 30,76 EUR. Essen gehen ade. Aber ich war dankbar, dass ich dieses Geld gespart hatte und jetzt Emily zugute kommen lassen konnte. Sie ist jetzt 13 Jahre alt und nicht mehr so fit. Aber sollen wir sie deshalb jetzt ins Tierheim abgeben, nur weil wir arm sind? Schließlich sind sie und Minnie unsere treuesten Begleiter! Da wird lieber an anderer Stelle gespart. Manche arme Menschen müssen aber genau diese schwere Entscheidung treffen. Auch das bedeutet arm sein in Deutschland.
Den Tieren ist es egal, ob man arm oder reich ist. Sie lieben uns immer. Nicht so die Menschen. Leider haben sich einige unserer besten langjährigen Freunde von uns verabschiedet, da sie unsere Situation nicht ertragen konnten. Ja eradezu ein schlechtes Gewissen hatten, weil sie sich selbst alles leisten und gönnen können. Dann lieber uns nicht sehen. Auch das bedeutet arm zu sein. Dafür haben sich aber andere Begegnungen ergeben, mit Menschen, die uns erst relativ kurz kennen und trotzdem zu uns halten, uns unterstützen und an uns glauben. Und dafür sind wir sehr dankbar.
Zum Schluss nur noch ein Fazit: An den Spruch „Geld macht nicht glücklich“ glaube ich nicht mehr. Ich weiß nicht von wem er ist, aber er kann nur von jemandem stammen, der nicht im 21. Jahrhundert in unserer westlichen Welt gelebt hat, in der man ohne Geld kaum überleben kann. Sollte jedoch jemand anderer Meinung sein, freue ich mich auf Kommentare in diesem Blog.
Herzlichst
Ihre Mona Ulmer
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Kapitel 11: “Großes Geschäft” von Miss Moneypenny
15.11.2011 von admin.
Liebe LeserInnen, lange ist es her, seit meinem letzen Kapitel, denn ich hatte gehofft beim nächsten Mal schon Gutes berichten zu können. Leider ist es noch nicht soweit, doch ich kann nicht länger warten, muss endlich wieder schreiben. Zu viele Leser fragten inzwischen an, wann es denn weiter geht.
Was ist passiert seit meinem letzen Eintrag Ende September? Als LeserIn wissen Sie, dass wir den größten Teil unseres Immobilienanwesens verkaufen müssen, nämlich den Teil, den wir bisher als Betriebsstätte für unsere Agentur genutzt hatten. So kam es auch, dass wir bereits mit unserem Büro von ursprünglich 142 qm auf 9 qm (!) umgezogen sind (siehe Kapitel 8). Nun, wenn etwas eng ist, bezeichnet man es ja gemeinhin als „gemütlich“.
Die Zeit für den Verkauf drängt. Die Bank will nur bis Ende des Jahres stillhalten und das Sozialamt drängt ebenfalls auf den Verkauf, da die Immobilie ja noch einen Vermögenswert darstellt. Also hieß es richtig Gas geben. Im September haben wir dann einen „Rundumschlag“ gemacht und mit 13 (!) Maklern Kontakt aufgenommen. Schnell ging es bei uns zu wie in einem „Taubenschlag“: ein Besichtigungstermin folgte dem anderen. Teilweise mit bis zu drei Interessenten pro Termin. Ich kam mir schon vor wie eine Museumsführerin oder ähnliches. Jeden Tag einen Rundgang durch unser ehemaliges „Arbeitszuhause“ mit einer Schar Leute im Schlepptau, manchmal sogar mit Kindern, Hund oder Oma. Das muss man einfach mal mitgemacht haben. Wieder eine neue Erfahrung in diesem bewegten Jahr. Und jeder Interessent wollte irgendwelche Fragen geklärt haben: „Kann man auch Umstellen auf Gas“? Kann ich eine Terrasse aufs Dach bauen? Kann ich eine freistehende Badewanne wie in einem Loft installieren? Kann man den alten Kamin reaktivieren? Kann ich ein Fenster zu Nachbars Garten einbauen? Blablabla…. Wir waren nur am Recherchieren und Abklären: Schornsteinfeger bestellt, Gaswerke kontaktiert, Gespräche mit Architekten und Statikern geführt, Bürgermeister, Nachbarn, Katasteramt, und und und…. Es blieb kaum Zeit für irgendetwas anderes (wie z.B. bloggen).
Dann endlich Anfang Oktober hatten wir die Zusage einer sehr netten Käuferin. Wir jubelten schon: Geschafft! Bevor uns unsere Bank den Hahn ganz zudreht. Und dazu auch noch eine sehr sympathische Person, da wir dann ja dicht an dicht leben würden. Endlich mal wieder aufatmen und ohne Albträume durchschlafen. Leider währte die Entspannung nur kurz: seit nunmehr fast 5 Wochen versucht unsere potentielle Käuferin bei diversen Banken eine Finanzierung zu bekommen. Und die Hoffnung schwindet immer mehr. Ihr Problem: sie ist selbstständig und dazu noch allein stehend. Und Ihre Mutter, die für sie zusätzlich die Bürgschaft übernehmen möchte, ist den Banken mit 65 Jahren (!) zu alt. Mit unseren eigenen Erfahrungen der letzten 6 Monate und jetzt ihren Erfahrungen kann ich da eigentlich nur sagen „Sch…. Banken“. Sorry. Übrigens möchte ich ausdrücklich betonen, um Verwechslungen vorzubeugen, dass es sich bei unserer (ehemaligen) Hausbank nicht um die Ethikbank handelt, bei der wir inzwischen unser Konto führen. Dies ist eine tolle, empfehlenswerte Bank, die sich in diesem ganzen Bankensumpf positiv hervorhebt.
Nun aber endlich, wie beim letzten Mal angekündigt, zu unseren Erlebnissen mit Miss Moneypenny. Ihr richtiger Name tut nichts zur Sache, denn ich möchte ja mit meinem Blog niemandem zu Nahe treten oder gar verletzen. Aber einiges war einfach zu komisch, und wird bestimmt so manchen zum Schmunzeln oder laut Losbrüllen bringen, je nach Temperament.
Zur Erinnerung: Oktober 2008: Nach der Teilabsage des Dalai Lama mussten rund 2.500 bereits verkaufte Tickets zurück abgewickelt werden. Und dies neben den normalen Planungsarbeiten der Veranstaltung, die nun, ein dreiviertel Jahr vorher, bereits in die „heiße“ Phase gingen. Also brauchten Jörg und ich dringend eine Bürokraft zur Unterstützung, die uns die Routinearbeiten abnehmen würde. Wo aber so schnell jemand herbekommen. Die Zeit drängte, fast jede Stunde zählte sozusagen. Und wie es der Zufall wollte, fand ich genau an diesem Tag, als die Entscheidung fiel jemanden einzustellen, eine Anzeige für ein entsprechendes Jobgesuch in unserer regionalen Zeitung. Die Sache nahm ihren Lauf…
Umgehend rief ich bei der angegebenen Telefonnummer an. Die Stimme, die sich meldete, klang irgendwie etwas rauchig, belegt, leicht „verrucht“, so wie man sich eine Piratenbraut oder Bardame vorstellt. Nun ja, immerhin die Fähigkeiten hörten sich gut an. Und vor allem: sie konnte sofort anfangen. Am nächsten Tag war also das Vorstellungsgespräch und der Arbeitsbeginn sollte bereits nächsten Montag sein.
Donnerstags begegneten wir uns also zum ersten Mal. Miss Moneypenny hatte nicht gerade die Figur einer Gazelle und schien starke Raucherin zu sein (aha, daher auch die markante Stimme). Wir sind Nichtraucher. Nun gut, man einigte sich darauf, dass sie nicht im Büro, sondern nur draußen rauchte.
Dann kam der Tag des Arbeitsbeginns. Es war Montag, Anfang November und 15 Minuten vor 9 Uhr. Von unseren Schreibtischen aus, die an großen Fenstern standen, konnten wir sehen wie ein roter Kleinwagen vor unserer Tür parkte. Aber es stieg niemand aus. Nun ja, es waren ja auch noch einige Minuten bis zum Arbeitsbeginn. Dann, nach einer viertel Stunde, pünktlich um 9 Uhr, öffnete sich die Tür und – WUSCH - kam eine so riesige Rauchwolke aus dem kleinen Auto aufgestiegen, dass wir befürchteten, die Nachbarn würden die Feuerwehr alarmieren. Mitten aus dieser Wolke entstieg Miss Moneypenny und kam auf unser Büro zu, wie in Nebel gehüllt. Okay, sie hat sich während der ganzen Zeit daran gehalten nicht in unserem Büro zu rauchen, dafür brachte sie aber das „Odeur“ ihrer letzten Zigarette im Auto stets mit rein. Und spätestens 5 Minuten nach 9 Uhr roch unser gesamtes Büro wie eine Kneipe. Der Geruch heftete an ihr, an ihrem Mantel, der an der Garderobe hing, an ihrer Tasche, einfach überall. Zum Glück arbeitete Miss Moneypenny nur halbtags und jeden Mittag um 12 Uhr, nach dem sie gegangen war, folgte von nun ab das gleiche Ritual: mein mir angetrauter Ehemann zog Räucherstäbchen schwingend durch unser Büro und meckerte ununterbrochen vor sich hin. Dazu muss man wissen, dass er bis vor 20 Jahren selbst Raucher war; dann aber von einem Tag zum anderen aufgehört hat. Und solche Nichtraucher sind dann wohl die empfindlichstenJ. Zum Glück kam uns die Jahreszeit zur Hilfe. Die Fenster konnten wir zwar nicht den ganzen Tag offen lassen, dazu war es zu kalt. Ich nahm jedoch den bevorstehenden Advent zum Anlass überall im Büro Duftkerzen aufzustellen und schon ab morgens anzuzünden. Außerdem rüsteten wir unseren Luftbefeuchter mit Duftölen auf. So merkte Miss Moneypenny nichts von unserem „Geruchsproblem“ und freute sich sogar noch, dass wir das Büro so gemütlich gestalteten.
Höflich sagten wir ihr auch, dass sie nicht an ans Telefon zu gehen brauche und begründeten dies damit, dass sie sich ja nicht so gut mit buddhistischen Fragen auskenne und dies der häufigste Anrufgrund der Leute sein. In Wirklichkeit war dies reiner Selbstschutz, da wir die Anrufer nicht mit ihrer Stimme erschrecken wollten. Selbst konnten wir uns jedoch nicht schützen vor ihrem ständigen Räuspern, im Minutentakt. Wir saßen nun mal (wegen der PCs und dem Internetanschluss) alle im gleichen Zimmer und da sie sich ununterbrochen räusperte, den ganzen Vormittag lang, war an Konzentration kaum zu denken. Hinzu kam, das Miss Moneypenny beim Schreiben an ihrem PC so heftig in die Tastatur schlug, dass wir eigentlich jeden Moment darauf gefasst waren, dass der Glasschreibtisch, an dem sie saß, durchbrechen würde. Mit dem PC stand sie sowieso auf Kriegsfuß, schon beim Einschalten. Da hielt sie nämlich den Einschaltknopf so lange und so fest gedrückt, bis die BIOS-Warnung laut aufschrie und der PC direkt abstürzte. Also ging Jörg dazu über den PC an ihrem Arbeitsplatz bereits vor ihrem Eintreffen morgens einzuschalten und Miss Moneypenny freute sich einmal mehr über unseren tollen Service als Arbeitgeber.
Als „fürsorglicher Arbeitsgeber“ hatten wir ihr auch extra eine Kaffeemaschine gekauft und an ihren Platz gestellt, da wir Teetrinker sind. Außerdem hatten wir Miss Moneypenny die einzige Toilette im Büro zur Alleinbenutzung überlassen, und gingen selbst rüber ins Haus. Die Toilette hatte allerdings auch einen Nachteil: sie hatte keine Heizung. Also kauften wir noch einen kleinen elektrischen Propellerheizer und sagten ihr, sie solle ihn nach Bedarf selbst anstellen. Denn in diesem Winter 2008 / 2009 war es schon früh bitter kalt.
Nachdem Miss Moneypenny morgens also ihre Zigarette geraucht und direkt anschließend eine frisch gebrühte Tasse Kaffee getrunken hatte, kam zwangsläufig als nächstes der Gang zur Toilette. An diesem Freitag im Dezember 2008 waren aber in der Nacht zuvor etwa Minus 16 Grad gewesen, unser Büro lag in einem alten Gebäude und die Wasserleitungen waren eingefroren. Miss Moneypenny, die zum Kaffeekochen noch das Wasser vom Vortag benutzt hatte, hatte dies aber nicht bemerkt. So kam es, dass sie von der Toilette zurückkam und verkündete: „Ich habe da ein Problem. Ich habe groß gemacht und es läuft kein Wasser“. Innerlich musste ich brüllen vor Lachen, ließ mir aber nichts anmerken. Stattdessen ging ich rüber ins Haus und füllte mehrere Eimer mit kochendem Wasser, damit wir das „große Geschäft von Miss Moneypenny“ wieder auftauen und wegspülen konnten. Außerdem stellte ich ihr noch eine Schüssel warmes Wasser zum Händewaschen hin. Damit war das Problem für diesen Freitag erst mal gelöst, dachte ich. Für uns setzte es sich nämlich am Sonntag richtig fort. Zufällig ging ich an Sonntagabend noch mal rüber ins Büro und hörte ein lautes Rauschen. Der Wasserhahn am Waschbecken in der Toilette lief auf vollstem Strahl. Miss Moneypenny hatte doch tatsächlich am Freitag, nachdem sie den Wasserhahn aufgedreht hatte und kein Wasser lief, da es eingefroren war, vergessen ihn auch wieder zu schließen. Als dann die Leitungen auftauten, lief das Wasser von Freitagabend bis Sonntagabend ununterbrochen, 48 Stunden lang, in vollstem Strahl. Unsere Wassernachzahlung im Januar war horrend. Aber es sollte ein noch schlimmerer Schaden auf uns zu kommen.
Von Anfang an hatten wir Miss Moneypenny eindringlich ans Herz gelegt, sie solle auf jeden Fall zuhause bleiben, wenn sie eine Erkältung hätte. Wir seien da sehr kulant und würden noch nicht mal eine Krankmeldung verlangen. Wir nannten ihr auch den Grund: Durch den Stress und die viele Arbeit, die wir hatten, war unser Immunsystem inzwischen richtig angekratzt. So war es uns wichtig in diesem Winter möglichst nicht mit erkälteten Menschen zusammen zu treffen. Denn wir konnten uns eine Auszeit wegen Krankheit definitiv nicht leisten.
Es war mittlerweile kurz vor Weihnachten und vom 24.12. bis 02.01. sollte unser Büro geschlossen bleiben. Ein Kurzurlaub, bevor es im Jahr 2009 in den Endspurt zur großen Veranstaltung ging. Am vorletzten Arbeitstag des Jahres 2008 kam Miss Moneypenny schon hustend und röchelnd ins Büro. Ich sprach sie sofort an, ob sie erkältet sei. Nein, versicherte sie, das „sei nur so“. Okay, dachte ich, vielleicht hat sie ja Recht. Schließlich ist sie starke Raucherin. Am nächsten Tag ging das Husten und Röcheln weiter. Ganz verstohlen, in der Hoffnung, wir würden es nicht bemerken, kam noch Nase putzen hinzu. Ich fragte sie erneut: „Miss Moneypenny sind sie erkältet? Sie können gerne nach Hause gehen“ Nein, war wieder die Antwort. „Das ist nur so“. Was immer das bedeuten sollte. Nun ja, es war ja schließlich der letzte Arbeitstag vor den Ferien, auf die Jörg und ich uns schon sehr freuten, dann wir hatten das ganze Jahr 2008 noch nicht frei gemacht.
Am nächsten Morgen (Heiligabend) wachten wir beide auf und dachten uns hätte der „Dampfhammer“ getroffen. Von einem Moment zum anderen, wie angeflogen, hatten wir Husten, Halsschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Wir beide gleichzeitig und so heftig wie noch nie zuvor. Am ersten Feiertag ging es uns dann so schlecht, dass wir zum Notarzt fahren mussten. Jörg konnte vor lauter Schüttelfrost kaum das Auto lenken. Der Notarzt diagnostizierte eine waschechte Virusgrippe, keine Erkältung und gab uns Antibiotika mit. Keine Ahnung, wie wir den Heimweg schafften, wir wollten nur schnell wieder raus aus dem kalten Auto und ab ins Bett. Irgendwann am Nachmittag dann torkelte ich die Küche, um uns einen Tee zu kochen. Und während ich auf das Kochen des Wassers wartete, schaute ich gedankenverloren und fiebrig aus dem Küchenfenster. Irgendetwas war anders. Aber was nur?. Auf einmal dämmerte es mir: Unser Auto, das immer auf dem Parkplatz vor dem Küchenfenster parkte, war verschwunden. Aber das konnte doch keiner gestohlen haben, schließlich ist unser Hof eingezäunt. Jörg, schrie ich, unser Auto ist weg! Schnell zogen wir uns an und rannten nach draußen. Da sahen wir die Bescherung (im wahrsten Sinne des Wortes, denn es war ja Weihnachten)! Unser Anwesen liegt an einem Hang und im Fieberwahn und von Schüttelfrost gepeinigt, hatte Jörg nach der Rückkehr vom Notarzt wohl vergessen die Handbremse anzuziehen. Und irgendwann hatte sich unser Auto dann selbstständig gemacht. Es war losgerollt, hatte unser Holztor durchbrochen, war weiter auf die Straße gerollt, und schließlich gegenüber beim Nachbarn an der Mauer zum Stehen gekommen.
Zum Glück war die Straße wegen Weihnachten kaum befahren, so dass kein fremder Schaden entstand. Aber uns hatte es hart getroffen: das Tor war kaputt und hatte dazu noch beide Seiten am Auto, rechts und links, zerkratzt, weil die Torflügel entlang geschrubbt waren. Ein Schaden von insgesamt 2.500 EUR. Und wir, die in diesem Winter eigentlich bloß keine Erkältung haben wollten, hatten die schlimmste Grippe unseres Lebens. Wir waren drei Wochen lang so krank, dass wir uns kaum selbst versorgen konnten. Wie wir später erfuhren hatte bereits der Ehemann von Miss Moneypenny diese schlimme Virusgrippe, was sie uns nicht mitteilte. Er hatte sie angesteckt und sie wiederum uns….
Möchten Sie wissen, wie es weitergeht? Dann bleiben Sie dran. Sollte Sie die Geschichte weiter interessieren, wäre ich für eine kleine finanzielle Unterstützung in Ihrem eigenen Ermessen zu Gunsten des Verlustausgleichs der Symposien 2010 und 2011 und dafür, dass es eventuell 2012/13 weitergehen kann, sehr dankbar. Wir freuen uns auch über kleine Beträge! Jeder Euro zählt!
Die Bankverbindung für das Symposium lautet:
Kontoinhaber: Buddhismus & Ethik KG
Kontonummer: 3131831 bei der Ethikbank, BLZ 830 944 95
Betreff: Spende für das Symposium
Oder hier per PayPal
Leider können wir keine Spendenbescheinigung ausstellen. Vielen Dank für Ihr Verständnis dafür.
Bisheriger Spendenstand: 2.619,38 EUR.
Es werden noch benötigt: 54.286,54 EUR
Falls Sie stiller Gesellschafter der Buddhismus & Ethik KG werden und das Symposium auch zu Ihrem Projekt machen möchten, erfahren Sie hier mehr. Anteile sind ab 500,– EUR zu erwerben. Übrigens als stiller Gesellschafter haben Sie freien Eintritt zu allen Veranstaltungen des Symposiums. Mehr darüber erfahren Sie hier
Anzahl der bisherigen stillen Gesellschafter: 5
Bisheriges Beteiligungskapital insgesamt: 9.000,– EUR
Oder unterstützen Sie uns einfach dadurch, dass Sie meinen Blog an Freunde und Bekannte weiterverbreiten. Danke.
Herzlichst Ihre
Mona Ulmer
Unsere kleine Minnie, stellvertretend für Miss Moneypenny
Geschrieben in Wie alles begann... | 5 Kommentare »
Nudelschonkost
14.11.2011 von albrechtdieterle.
Sehr geehrte , liebe Ulmers!
Ich bin seit über 30 Jahren Buddhist und habe mich auch schon sehr für den Buddhismus in Deutschland eingesetzt. Leider musste ich auch eine sehr stenge Nudeldiät durchmachen und hatte zudem noch Frau und 2 Kinder zu ernähren. Das Schlimmste ist nun überwunden und ich möchte sobald möglich (Dezember) auch etwas für Eure Sache spenden. Monas Blog hat satirische Züge mit literarischer Qualität und ich würde sicher herzlich lachen, wenngleich die ganze Schose nicht zum Heulen wäre. Schön dass Ihr den Humor nicht verloren habt und weiter machen wollt.
Vielen Dank für euer Werk
Albrecht
Geschrieben in Wie alles begann... | 2 Kommentare »
Kapitel 10: Igitt, wie schmeckt das denn?!
22.9.2011 von admin.
Neulich hatte ich wieder einmal eine meiner glorreichen Ideen, wie man denn die Haushaltskasse aufbessern könnte. Hatte ich doch schon öfter gehört, dass man als Produkttester jede Menge Proben ins Haus bekommt. Also habe ich mich auf die Suche nach seriösen Anbietern gemacht und mich u.a. auch bei diversen Meinungsforschungsinstituten angemeldet. Wie ich bereits in früheren Kapiteln schrieb, wird man ja als „Kunde“ beim Sozialamt zwangsläufig süchtig nach dem Ausfüllen von Formularen. Jetzt ist aber gerade Pause mit dem Ausfüllen bis Mitte November, erst dann geht der Formularmarathon wegen der halbjährlichen Verlängerung in die nächste Runde. Mein Antrag auf Übernahme der Kosten für einen therapeutischen „Formularentzug“ wurde leider abgelehnt. Also musste ich mir weitere Formulare beschaffen, um meine „Sucht“ weiterhin zu befriedigen. Und die bekomme ich jetzt von diversen Meinungsforschungsinstituten: ca. 3 - 4 pro Tag; und pro ausgefülltes Formular gibt es zwischen 50 Cent und 1,50 Euro. Der „Verdienst“ wird dann in Form von Gutscheinen ausgezahlt, die man in diversen Geschäften einlösen kann. Ganz nach dem Motto „Will work for food“. Also bin ich jetzt „Expertin“ für alles Mögliche: von Frischkäse bis Damenbinden, von Margarine bis Handy, vom Mittel gegen Sodbrennen bis Cocktails, von Fernsehkonsum bis Lebensversicherung, von der Hämorridensalbe bis zur Meinung über unsere Regierung. Wow, zu was man alles Fragen stellen kann. Unglaublich.
Und dann kam auch endlich mit der Post das erste Produkt: eine Tube Zahnpasta! Immerhin, die billigste im Discounter kostet 39 Cent. Die haben wir also schon mal gespart. Also Zahnpasta ausgepackt und die erste Enttäuschung: Kräuterzahnpasta. Absolut gar nicht mein Geschmack. Also ging ich zu meiner besseren Hälfte und entschied: die musst Du testen. Am späten Nachmittag hatten wir dann noch einen Geschäftstermin und Jörg putzte sich wie gewohnt vorher noch mal die Zähne. Ganz dezent hatte ich ihm bereits die neue Tube hingestellt. Erstes Murren bereits beim Ausdrücken und ich musste ihm heimlich Recht geben: Farbe und Konsistenz der Paste machten wirklich keine Laune. Dann der Aufschrei beim Geschmack: muss wohl wirklich scheußlich gewesen sein, vor allem wie er behauptete salzig. Kurz drauf saßen wir im Auto auf der Fahrt zum Termin und Jörg meckerte ununterbrochen über den „Scheißgeschmack“ in seinem Mund: „Er müsse fast kotzen“. Ich habe das angezettelt und er müsse jetzt leiden. Eben typisch Mann. Am späten Abend zuhause las ich dann noch Mal die Anweisung zum Produkttest. Da wurde ausdrücklich auf den „gewöhnungsbedürftigen“ Geschmack hingewiesen, aber die Zahnpasta sei nun mal absolut Top für Zähne und Zahnfleisch und nach ca. 2 Wochen hätte man sich an den Geschmack gewöhnt. Nun, dafür wollte ich dann doch nicht unseren Ehefrieden aus Spiel setzten. Also habe ich Tube entsorgt, bin zum Discounter gegangen und habe eine für 39 Cent gekauft. Mal sehen, was als nächstes zum Testen eintrudelt!
Eine ähnliche „Test-Erfahrung“ hatten wir drei Jahre zuvor als wir während der Vorbereitungsphase zur Dalai Lama Veranstaltung ganz kurzfristig eine Bürokraft einstellen mussten.
Wie ich bereits in Kapitel 8 erwähnte, kam der Wendepunkt bei den bisher problemlos gelaufenen Vorbereitungen zur Veranstaltung am 24. September 2008 mit der Teilabsage durch das Büro des Dalai Lama! Der Dalai Lama hatte sich einer Gallensteinoperation unterziehen müssen. Er war zwar wieder auf dem Weg der Besserung, doch seine Ärzte hatten ihm, auch aufgrund seines Alters, dringend geraten künftig kürzer zu treten und grundsätzlich nur noch Veranstaltungen von maximal vier Tagen am Stück durchzuführen. Die Veranstaltung in Frankfurt war aber mit sechs Tagen angesetzt: vier Tage Teachings und zwei Tage Public Talk. Anstelle von Dienstag bis Sonntag sollte jetzt nur noch von Donnerstag bis Sonntag stattfinden.
Der erste Schock war nicht allzu schlimm, hatten wir doch schließlich eine hervorragende Ausfallversicherung abgeschlossen. Der Abschluss dieser Versicherung war ein Meisterstück von mir, auf das ich echt stolz war. Normalerweise gibt es für Personen mit einem Lebensalter über 70 Jahren keine Ausfallversicherungen mehr, und schon gar nicht über einen so langen Zeitraum hinweg von noch zwei Jahren bis zur Veranstaltung. Und dann auch noch in der erforderlichen Höhe für eine Großveranstaltung. Aufgrund meiner früheren Tätigkeit als Vorstandsassistentin bei einer Bank hatte ich aber noch entsprechende Kontakte. Und so entstand ein Konsortium (Zusammenschluss) von fünf Versicherern, die sich das Risiko teilten. Es entstand eine ALL RISK Versicherung, die wirklich jedes erdenkliche Risiko absicherte: Krankheit, Tod (auch eines Familienangehörigen), Unwetter, Terrorandrohung, Staatstrauer, und, und, und…
Deshalb waren wir zunächst noch relativ entspannt, bis zum dem großen Meeting Ende September mit allen Gesellschaftern, allen Versicherern und dem europäischen Repräsentanten des Dalai Lama. Nun saßen also 15 Mann zusammen.
Das Meeting begann harmlos und endete mit einem Schock. Die Ursache für die Teilabsage konnte nicht mit der jetzigen Krankheit (Gallenblasen-OP) begründet werden. Die Operation war schließlich im August 2008 und die Veranstaltung erst ein Jahr später im Juli 2009. Und sich künftig mehr zu schonen, war natürlich in den Augen der Versicherer keine Krankheit. Hinzu kam noch, dass der Repräsentant des Dalai Lama mit einem Strahlen auf dem Gesicht der Runde versicherte, dass es Seiner Heiligkeit nach der OP blendend gehe, sogar besser als vorher. Die Versicherer grinsten verstohlen unter sich, ich wäre am liebsten unter den Tisch gerutscht. Seifenblase geplatzt. Jetzt mussten wir selber sehen wie wir aus dem Schlamassel herauskamen.
Das nächste Treffen fand dann in Windeseile mit unserem Ticketprovider statt. Immerhin hatten schon rd. 2.500 Personen bereits Tickets gekauft, teilweise sogar mehrere. Und die mussten jetzt alle angeschrieben werden.
Uns war sofort klar, dass wir dies nicht alleine würden bewältigen können und beschlossen ganz eilig eine Bürokraft einzustellen. Wo diese aber so schnell herkriegen? Es ging hier nicht nur um Tage, eigentlich sogar um Stunden. Wie der Zufall so will, las im am gleichen Tag eine Anzeige, worin jemand eine Bürostelle suchte. Und so kam „Miss Moneypenny“ ins Spiel. Ich nenne sie absichtlich so, denn ihr richtiger Name tut hier nichts zur Sache. Mit „Miss Moneypenny“ wurde es dann nämlich richtig turbulent. Aber lesen Sie darüber das nächste Mal.
Möchten Sie wissen, wie es weitergeht? Dann bleiben Sie dran. Sollte Sie die Geschichte weiter interessieren, wäre ich für eine kleine finanzielle Unterstützung in Ihrem eigenen Ermessen zu Gunsten des Verlustausgleichs der Symposien 2010 und 2011 und dafür, dass es eventuell 2012/13 weitergehen kann, sehr dankbar. Wir freuen uns auch über kleine Beträge! Jeder Euro zählt!
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Mona Ulmer
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Kapitel 9: Enttäuschung und Zweifel
9.9.2011 von admin.
Liebe LeserInnen meines Blogs,
ich habe lange nicht geschrieben, weil meine Enttäuschung einfach zu groß war. Ein Blog ist ein Internet-Tagebuch und einem Tagebuch vertraut man seine Gefühle und Emotionen an. Und genau das will ich heute einmal tun, auch wenn dann mehr als 2.000 Menschen meine jetzigen ganz persönlichen Empfindungen erfahren. Manchmal muss man einfach ehrlich sein.
Das genau ist nämlich der Punkt, der mit derzeit sehr zu schaffen macht. Mein Blog hatte seit dem Beginn am 04. Juli 2.306 Besucher, die 5.991 Kapitel gelesen haben. Es freut mich ja, dass unsere Geschichte auf soviel Interesse stößt. Doch alle, die meinen Blog lesen, wissen auch wie schlecht es uns geht, und dass wir immer noch für 55.000 EUR offene Rechnungen aus den beiden Symposien 2010 und 2011 zu bezahlen haben. Am Ende eines jeden Kapitels bitte in um eine kleine zweckgebundene Spende für das Symposium. Aber bisher haben lediglich 10 Menschen etwas gespendet. Diesen gehören meine Hochachtung und mein Dank. Aber was ist mit den 2.296 anderen Lesern?! Es hätte mich sehr gefreut, wenn jeder, der meinen Blog liest einmalig 5,– EUR gespendet hätte. Dann wären bisher 11.480 EUR für das Symposium zusammengekommen. Und neue Leser kommen ja stetig hinzu.
Es heißt immer, wenn man gibt, bekommt man auch etwas zurück. Als es uns noch gut ging, haben Jörg und ich immer nach unseren Möglichkeiten gegeben. Wir haben viel für Tierschutz und Umweltorganisationen gespendet, aber auch jedem Obdachlosen, der uns in der Stadt begegnet, wenigstens ein oder zwei Euro in die Hand gedrückt. Wir haben aber auch noch mehr gegeben: unsere Arbeitszeit, unser Engagement, unser Herzblut für den sozial engagierten Buddhismus. Zuerst mit unserem ganzen psychischen und physischen Einsatz von bis zu 16 Stunden am Tag über zwei Jahre hinweg für die Dalai Lama Veranstaltung 2009; dann für die beiden Symposien, mit denen wir uns nicht die Taschen voll stopfen, wie uns leider so oft vorgeworfen wurde, sondern tatsächlich etwas für unsere Welt und unsere Gesellschaft bewirken wollten.
Wir haben so viel gegeben, aber leider nur wenig zurückbekommen. Dies lässt Zweifel in mir aufkommen. Ich war schon immer ein religiöser Mensch. Ich bin in einer katholischen Klosterschule erzogen worden und habe während der Oberstufenzeit sogar mit dem Gedanken gespielt in diesen Orden einzutreten. Vor ca. sieben oder acht Jahren fand ich dann den Weg zum Buddhismus. Ich war von der Achtsamkeit gegenüber allen Lebewesen begeistert und dachte auf diesem Weg noch mehr bewirken zu können. Darum ging (und geht) es mir in erster Linie, weniger um meine eigene „Erleuchtung“. Nun packen mich aber gerade große Zweifel (Buddha hat ja aber ausdrücklich Zweifel erlaubt). So war ich kürzlich in einer Kirche und habe nach vielen Jahren erstmals wieder mit Gott gesprochen. Denn ich habe mich gefragt, ob meine jetzige schlimme Situation die Strafe Gottes dafür ist, dass ich mich damals von ihm abgewandt und dem Buddhismus zugewandt habe. Vor dem Gang in die Kirche war ich so verzweifelt, dass ich zwei Stunden durch die Felder gerannt war um mein Adrenalin einigermaßen abzubauen und mir nichts anzutun. Ich bin ja kein besonders sportlicher Typ, aber an diesem Tag hätte ich wahrscheinlich jeden Marathon gewonnen und war irgendwie noch nicht mal außer Atem.
Das war in den Tagen zuvor passiert: Zum dritten Mal sollte nun unsere Sozialhilfe eingehen, eigentlich pünktlich zum 30.08., da ja auch dem Sozialamt bewusst ist, dass alle laufenden Zahlungen zum 30. bzw. 01. fällig sind. Aber am 30. war kein Geld, auch nicht am 31. und auch nicht am 01.09. Zwischenzeitlich waren aber alle Abbuchungen vom Konto abgegangen und die Bank fing an die Lastschriften zurückzugeben. Was uns ja weitere Kosten und auch Ärger beschert. Das Callcenter vom Sozialamt (eine Durchwahl zum Sachbearbeiter bekommt man grundsätzlich nicht – wahrscheinlich aus Selbstschutz) teilte uns mit, dass das Geld pünktlich am 25.08. überwiesen worden sei. Zum Sachbearbeiter wurden wir, wie üblich, nicht durchgestellt. Also haben wir einen Nachforschungsauftrag bei der Bank gestellt und erfahren, dass die Bank das Geld ans Amt zurückgeschickt hatte, da als Empfänger Jörg (!) Ulmer statt Simone (!) Ulmer (so lautet das Konto) angegeben war. Auf die Frage an die Sachbearbeiterin der Bank, warum sie denn nicht mal bei uns angerufen hätte bevor sie das Geld zurückgab, zumal sie ja auch gesehen hatte, dass es vom Sozialamt kam, und es sich außerdem um den gleichen Nachnamen handelte, kam die schnippische Antwort: „Da hätte ich ja viel zu tun und müsste rund 100 Telefonate am Tag führen“. Soviel zum Service in unserem Lande. Inzwischen war bereits Freitag, der 02.09., unser Sachbearbeiter beim Sozialamt hatte trotz dreimaliger Bitte nicht zurückgerufen und die Bank drohte uns, obwohl sie das Geld selbst abgewiesen hatte (!!), mit weiteren Rücklastschriften, wenn nicht umgehend Geld eingezahlt werden würde.
Also fuhren wir direkt zum Amt. Um 11 Uhr kamen wir dort an: eine Stunde vor Ende der Sprechzeit am Freitag und dem bevorstehenden Wochenende (oh ha!!). Der Kommentar unseres Sachbearbeiters: Ja, er habe gesehen, dass das Geld von der Bank zurückgekommen sei. Er habe bei der Überweisung vergessen das Häkchen bei „abweichendem Kontoinhaber“ zu setzen. Kein Wort der Entschuldigung. Nur: „Heute kann ich aber keine Überweisung mehr tätigen; erst wieder am Montag. Dann ist das Geld am Mittwoch oder Donnerstag (07./08.09. statt 30.08.!) auf Ihrer Bank“. Da war ich so verzweifelt, dass ich auf dem Amt herum schrie und tobte. Ich machte dem Sachbearbeiter klar, dass wir bereits seit einer Woche nur noch knapp 10 EUR im Portemonnaie hätten und jetzt noch mal sechs Tage warten sollten?! Ob uns denn der Staat verhungern lassen wollte?! Nach ca. 50 emotionsreichen, tränenreichen, wütenden und lauten Minuten verließen wir das Amt mit einem Barscheck von der Postbank in der Tasche. Es war 12 Uhr und wir mussten schnellstmöglich zurückfahren, um den Scheck noch vor 12.30 bei der Post einzulösen und das Geld anschließend direkt bei der Bank einzuzahlen. Denn um 12.30 Uhr machte diese ja zu. Es war ja schließlich Freitag und das Wochenende stand vor der Tür.
Eine knappe halbe Stunde später standen wir bei der Post und bekamen zu hören, dass der Scheck vom Amt noch nicht frei geschaltet sei. Dies könne schon mal Stunden dauern meinte die Postlerin. Wir sollten doch um 3 Uhr noch mal wieder kommen. Sie würde jetzt Mittagspause machen. Da hatte dann aber die Bank schon zu. So war das dann: der Sachbearbeiter beim Amt, die Bankerin, die Postlerin, alle gingen sie jetzt ins Wochenende und ließen gedankenlos ein total verzweifeltes Paar zurück. Da startete ich dann meinen „Marathonlauf“ um meiner Verzweiflung davon zu rennen und landete in der Kirche (siehe oben).
Bevor jetzt manche denken, andere müssten schließlich auch mit Sozialhilfe über die Runden kommen und wir seien selbst Schuld, wenn wir am Monatsende keine 10 EUR mehr in der Tasche hätten, möchte ich Folgendes klarstellen: Wir sind keine Arbeitlosen, sondern Selbstständige, die „aufstockende Hilfe“ erhalten. D.h. all unsere Sozialversicherungen wie Krankenkassen, Berufsunfähigkeitsversicherungen, Betriebshaftpflichtversicherung, IHK-Beiträge usw. müssen wir aus unserer Sozialhilfe bezahlen. Hinzu kommt, dass man aus laufenden Verträgen, wie z.B. dem Leasingvertrag für das Auto nicht herauskommt. Erst bei Anmeldung der privaten Insolvenz werden solche Verträge hinfällig. Nach Abzug dieser Fixkosten verbleiben uns 120 EUR im Monat für unsere Lebenshaltung und die Rückzahlung der vereinbarten Raten an die Gläubiger des Symposiums. Im Übrigen erhalten wir die Sozialhilfe im Gegensatz zu Arbeitslosen nur als Darlehen. Wir sind angehalten das Geld durch den Verkauf unserer Immobilie an den Staat zurück zu zahlen.
Vielleicht wird jetzt der eine oder andere meine Enttäuschung darüber, dass so viele Leute meinen Blog lesen und trotzdem nicht spenden, verstehen. Sollten mir dadurch aber Leser vom Blog abspringen, weil sie sich brüskiert fühlen, so kann ich es leider nicht ändern. Ich musste dies einfach mal loswerden. Ich werde den Blog trotzdem weiter schreiben und beim nächsten Mal auch wieder mit lustigen Anekdoten aus unserem Leben (wir sind jetzt Produkttester!) und aus der Vorbereitungszeit der Dalai Lama Veranstaltung.
Es würde mich auch freuen, wenn der eine oder andere seine Meinung zu dem heute geschriebenen Blog äußern würde, egal ob positiv oder negativ. Es besteht die Möglichkeit den Blog direkt online zu kommentieren.
Und nun da obligatorische Ende:
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Mona Ulmer
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Kapitel 8: Wer schreit lauter? Die Spinnen oder ich?
17.8.2011 von admin.
Schon wieder eine Woche rum. Die letzte Woche ist verflogen wie nix. Unser Leben ist echt turbulent geworden. Langeweile kommt da überhaupt nicht auf:
Am vergangenen Montag hatten wir unseren ersten Termin beim „Krisenmanagement für Selbstständige“. Glücklicherweise sind wir wieder an eine sehr nette und kompetente Beraterin geraten. Wie immer, erst mal tiefe Bestürzung über unsere Geschichte: nämlich durch den Versuch etwas Gutes in der Gesellschaft zu leisten, selbst so tief abgestürzt zu sein. Aber auch die Perspektive, aus diesem Schlamassel wieder herauszukommen. Sie bescheinigte uns viel Fleiß und eine rege Initiative diesbezüglich. Wie auch schon das Jobcenter, so meinte auch sie, wir könnten es wohl mit unseren beiden neuen Standbeinen Website-Programmierung (Jörg) und Büro-Organisation (Mona) schaffen. Im Moment tüfteln wir gerade an unserer eigenen neuen Website, in die neben dem Eventmanagement, auch diese neuen Dienstleistungen aufgenommen werden.
„Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen“
Konrad Adenauer
„Ja dann wird wieder in die Hände gespuckt. Wir steigern das Bruttosozialprodukt….“
Geier Sturzflug.
Zwischenzeitlich hatte ich auch wieder meiner Lieblingsbeschäftigung gefrönt und für zwei Anträge einige Formulare ausgefüllt (Beitragsentlastung bei der Krankenkasse und Befreiung von der GEZ), die dann auch beide positiv entschieden wurde. Bald kann ich selbst zur Hartz IV Beraterin werdenJ.
Am Dienstag wurde unsere geliebte Emily operiert. Sie hatte einen recht großen Hauttumor, der sich jedoch gut entfernen ließ und wohl auch hoffentlich nicht streut. Wir sind jedenfalls guter Dinge und froh über jede Zeit, die uns noch mit ihr verbleibt, denn immerhin ist sie schon fast 13 Jahre alt. Gott sei Dank wurden die Tierarztkosten von meinen Eltern und meiner Oma gesponsert. Nicht auszudenken, was es für ein schreckliches Gefühl gewesen wäre, wenn wir uns die Behandlung für unser geliebtes Haustier nicht hätten leisten können. Und wie vielen Menschen geht es eventuell genauso so! In schweren Zeiten sind die Haustiere oft eine ganz wesentliche seelische Stütze. Deshalb finde ich es so wichtig, dass es Institutionen wir die Tiertafel (www.tiertafel.de) gibt, die wir, als es uns selbst noch gut ging, auch unterstützt haben. Sobald wir finanziell wieder Fuß gefasst haben, werden wir dies auch wieder tun. Das ist nämlich Hilfe gleichwohl für Mensch und Tier.
Kürzlich habe ich auf der Facebook-Seite der Tibetgalerie folgenden Spruch gelesen:
Dieser Spruch hängt nun an unserem Kühlschrank, damit wir ihn jeden Tag sehen. Die letzten vier Jahre hatten wir praktisch nur für die beiden Projekte „Dalai Lama in Frankfurt“ und „Symposium für Buddhismus & Ethik“ gelebt. Jetzt ist die Zeit gekommen sich auch wieder um unsere kleine Familie zu kümmern, die aus Jörg und mir und unseren beiden Hunden Emily und Minnie besteht. Emily und Minnie sind unser „Kinderersatz“ und da stehen wir auch dazu. Da uns die Natur unsere Haustiere nur „leiht“ (ich meine damit ihre kurze Lebenszeit im Vergleich zu uns Menschen), heißt es keine Lebenszeit zu verschwenden. „Hunde würden niemals ihre kostbare Lebenszeit mit irgendwelchen Grübeleien, Ärger, Problemen oder Sorgen verschwenden; sie geben solchen „Zeiträubern“ einfach keinen Raum“ (aus dem Buch: „Weisheiten der Schnüffelnasen“ von Sabine Pilguj).
Hunde leben ganz automatisch, von Natur aus, im Hier und Jetzt. Einen Zustand, den gerade auch Buddhisten versuchen in ihren Alltag zu integrieren. Das, was mir früher trotz aller Bemühungen nur schwer gelingen wollte, kommt nun auf einmal in unserer Extremsituation fast wie von alleine. Der Schlüssel dazu ist für mich die Dankbarkeit. Nichts oder nur wenig zu haben, macht selbst für kleine und früher selbstverständliche Dinge dankbar. Meine momentane Erkenntnis: Vorräte machen glücklich! Das ist kein Witz, und trifft wohl nicht nur für Hamster oder Eichhörnchen zu, sondern im Moment auch auf mich. Wenn ich in unseren Küchenschrank oder Kühlschrank sehe, und merke es sind noch genug Vorräte da, um einige leckere und abwechslungsreiche Gerichte zu kochen, auch wenn Mitte des Monats schon Ebbe im Portemonnaie ist, dann macht mich das glücklich! Wenn ich eine leckere Mahlzeit zu mir nehme, dann kann ich in diesem Moment im Hier und Jetzt und glücklich sein. Eine gutes Haarshampoo oder eine besondere Gesichtscreme, die noch aus besseren Zeiten im Badezimmerschrank weilen, werden auf einmal zur Kostbarkeit und zum Glücksempfinden. Beim Wäschewaschen und Bügeln freue ich mich über die schönen Kleider, die ich habe und bin wieder glücklich. Bitte jetzt nichts falsch verstehen: ich möchte auf jeden Fall aus unserer Armutssituation wieder heraus. Schließlich kann man auch nur dann etwas Gutes tun und andere Projekte unterstützen, wenn man selbst die finanzielle Ausgangslage dazu hat. Interessant ist nur die Erfahrung der Entwicklung von Dankbarkeit. Und das ich heute sagen kann: in diesem Moment fühle ich mich jetzt wohl und genieße es, egal wie die äußeren Umstände sind und was morgen kommt.
Am Mittwoch und Donnerstag haben wir dann unseren Gewerbeanbau geputzt und gewienert, denn es hatte sich eine Maklerin wegen des Verkaufs angesagt. Für die Neueinsteiger im Blog: wir müssen uns von unserem früheren Büro trennen, um die Verluste / Schulden der beiden Symposien 2010 und 2011 ausgleichen zu können. Für uns persönlich bedeutet dies: von 142 qm auf 9 qm umziehen! Geht nicht? Gibt’s nicht! Wir sind also in unser Wohnhaus umgezogen und haben aus unserem ehemaligen Esszimmer unser neues Büro gemacht. Das Positive zuerst:
1. Ich habe jetzt von meinem Arbeitsplatz aus einen Blick aufs Meer, denn in unserem früheren Esszimmer gab es eine wunderschöne Fototapete mit einem Meeresstrand und Holzsteg.
2. Ich kann jetzt mit meinem mir seit 26 Jahren angetrauten Ehemann unter dem Schreibtisch „füßeln“ wie anno dazumal bei erster Verliebtheit im Restaurant. Das frischt doch glatt die Beziehung wieder richtig romantisch auf! Der Hintergrund: Bei 9 qm war nur Platz für einen großen Schreibtisch. Und den teilen wir uns jetzt und sitzen uns am gleichen Tisch gegenüber.
Und jetzt das Negative: Im neuen „Hauptbüro“ ist nur Platz für ein schmales Regal, in dem die wichtigsten Ordner stehen. Der größte Teil der Ordner musste in den Keller. Und da ich für den ganzen „administrativen Kram“ bei uns zuständig bin, bin ich auch diejenige, die jetzt mehrmals täglich in das „Zweitbüro“ runter in den Keller muss. Unser Haus ist übrigens Baujahr 1903 und es handelt sich um einen dunklen Natursteinkeller, der die letzten Jahre von uns gar nicht benutzt wurde. Jetzt aber kommt der Clou: Mein Göttergatte, genauso Tierschützer wie ich, kann keiner Fliege (geschweige denn Spinne) etwas zu Leide tun. Aber er ist verheiratet mit mir, die, typisch Frau, panische Angst vor Spinnen hat. Also muss er bei uns zu Hause (und wir leben recht ländlich….) die Spinnen einfangen und lebend nach draußen setzen. Das macht er jedoch nur im Sommer. Im Winter setzt er keine Spinne nach draußen, denn sie könnte ja frieren!!! Wohin also mit den gefangenen Spinnen in den letzten Jahren bei kühlen Temperaturen? Jawohl, ab in den Keller, denn da ist es auch im Winter wohlig warm. Und genau dahin muss ich jetzt regelmäßig runter! Der trockene Kommentar meiner besseren Hälfte: „Die haben doch mehr Angst vor Dir als Du vor denen“. Da fällt mir doch glatt die Zalando-Werbung ein: „Schrei vor Glück“. Nur wer schreit lauter? Die Spinnen oder ich?
Freitag: Im Sparen sind wir richtige Füchse geworden: Am Wochenende werden die Blättchen mit den Sonderangeboten der Woche studiert und der Speiseplan danach ausgerichtet, Rabattcoupons werden gesammelt, Toilettenpapier beidseitig mit Vor- und Rückseite benutzt (Nein! Das war nur Spaß!) und aus Resten noch das Beste gemacht. So auch aus Resten von Büromaterial. So fiel mir kürzlich ein kleines DIN A6 Ringbüchlein aus der Zeit der Vorbereitungen der Dalai Lama Veranstaltung in die Hände. Prima dachte ich, da reiß’ ich die beschriebenen Blätter vom Anfang heraus und benutze den Rest noch für Einkaufszettel. Seitdem liegt es in der Küche und ein Blatt nach dem anderen wird eben abgerissen, wenn es voll ist. Am Freitag riss ich wieder ein Blatt ab und da stand auf einmal eine Notiz auf der kommenden Seite, die noch von Jörg aus einer der Gesellschafterversammlungen stammte: „Was schwafeln die da?“ Ich musste laut lachen. Diese Notiz hatte mir Jörg mal in einer der unzähligen, über Stunden dauernden Gesellschafterversammlungen zugeschoben, in denen wieder mal gaaaanz viel geredet und doch kein Konsens gefunden wurde. Liebe Gesellschafter, falls Ihr das lest: das war und ist nicht böse gemeint; manches Mal habt Ihr bestimmt ebenso gedacht.
Bei meinem „Tagebuch im Tagebuch“ zur Dalai Lama Veranstaltung mache ich jetzt einen Sprung vom März 2008 (Ende des Kapitels 7) zum September 2008. Dazwischen liefen die normalen Vorbereitungen einer Großveranstaltung. Ich war inzwischen Geschäftsführerin der eigens zur Durchführung der Dalai Lama Veranstaltung gegründeten „Buddhismus in Frankfurt a.M. 2009 gGmbH“ geworden. Wie es dazu gekommen war? Im November 2007 musste sich die bisherige Geschäftsführerin leider aus persönlichen Gründen zurückziehen, da ihr Lebensgefährte schwer erkrankt war und sie ihm mehr Zeit widmen wollte. Jetzt stand die gGmbH plötzlich ohne Geschäftsführer da und die Gesellschafter fragten mich, ob ich diese Position übernehmen könnte. Ich machte mir die Entscheidung nicht leicht, ließ mich beim Steuerberater, bei der Bank und auch bei einem Rechtsanwalt beraten, welche persönliche Haftung bei der Geschäftsführung einer GmbH auf mich zu kommen würde, …. und wollte es eigentlich nicht machen. Jörg hatte mich dann aber dazu überredet und meinte ich könne doch die Gesellschafter nicht hängen lassen: schließlich brauchte die GmbH einen Geschäftsführer und fachlich gesehen war ich auch dazu in der Lage. Wäre da nicht mein „Bauchgefühl“ gewesen, das mir unbedingt davon abriet. Aber ich machte es ….. und würde es später bitter bereuen.
Der Wendepunkt bei den bisher problemlos gelaufenen Vorbereitungen zur Veranstaltung kam am 24. September 2008: die Teilabsage der Veranstaltung durch das Büro des Dalai Lama!
Möchten Sie wissen, wie es weitergeht? Dann bleiben Sie dran. Sollte Sie die Geschichte weiter interessieren, wäre ich für eine kleine finanzielle Unterstützung in Ihrem eigenen Ermessen zu Gunsten des Verlustausgleichs der Symposien 2010 und 2011 und dafür, dass es eventuell 2012 weitergehen kann, sehr dankbar. Wir freuen uns auch über kleine Beträge.
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Betreff: Spende für das Symposium
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Falls Sie stiller Gesellschafter der Buddhismus & Ethik KG werden und das Symposium auch zu Ihrem Projekt machen möchten, erfahren Sie hier mehr. Als stiller Gesellschafter erhalten Sie übrigens immer freien Zugang zu “Ihren Veranstaltungen”.
Oder unterstützen Sie uns einfach dadurch, dass Sie meinen Blog an Freunde und Bekannte weiterverbreiten. Danke.
Herzlichst Ihre
Mona Ulmer
Emily nach der OP:
Jörg an seinem eigenen Schreibtisch in unserem früheren Büro:
Unser neues Büro mit gemeinsamem Schreibtisch:
Mein „Zweitbüro“ im Keller (die Spinnen wollten nicht mit aufs Bild und haben sich versteckt):
„Was schwafeln die da?“
Geschrieben in Wie alles begann... | 2 Kommentare »
Kapitel 7: Pleite(n), Pech & Pannen
3.8.2011 von admin.
„Asche über mein Haupt“ – habe ich doch tatsächlich schon wieder seit einer Woche nicht mehr an meinem Blog geschrieben. Dabei habe ich erfahren, dass inzwischen viele Leute täglich reinschauen und auf das nächste Kapitel warten. Diese möchte ich natürlich nicht enttäuschen bzw. warten lassen.
Hier einmal die Entwicklung meines Blogs in ganz nüchternen Zahlen, aber für mich selbst fast unfassbar: Seit dem 04. Juli (Beginn) waren 1.043 Besucher auf meinem Blog, die insgesamt 2.953 Kapitel gelesen haben!
Erfreulicherweise wurden bereits 1.610 EUR über den Blog gespendet, die vollständig zur Begleichung der offenen Rechnungen aus den ersten beiden Symposien verwendet wurden. Dieser Betrag wurde aber lediglich von 6 Spendern aufgebracht, von denen also jeder eine größere Summe überwiesen hat. Ein ganz großes Dankeschön an diese Menschen. Es ist aber gar nicht immer nötig eine große Spende zu leisten, um einem weiteren Symposium eine Chance geben zu können. Eine Vielzahl von kleinen Spenden würde ebenfalls weiterhelfen. Würde z.B. jeder Leser des Blogs nur 5 EUR überweisen, käme ein Betrag von mindestens 5.000 EUR zusammen, bei 10 EUR sogar von 10.000 EUR.
Warum habe ich aber so lange nicht geschrieben? Glücklicherweise haben wir nicht deprimiert in der Ecke gesessen, sondern im Gegenteil, wir sind im Moment so aktiv, dass mir einfach die Zeit gefehlt hatte. Letzte Woche waren wir wieder bei unserer „Fallmanagerin“ beim JobCenter. Sie freute sich, dass wir so rege sind, lobte unsere Vorgehensweise beim Ausfüllen der Formulare und staunte über meine Ordner, die ich dabei hatte, und das tolle Ordnungssystem darin. Auf der Suche nach neuen „Standbeinen“ kamen wir dabei auf die Idee, dass wir unser Unternehmen „pro-mice“ um die Sparte „Büro-Organisation“ erweitern könnten, die ich übernehmen würde. Denn schließlich bin ich, und das sogar mit Freude, ein richtiger „Aktenhengst“, oh pardon, natürlich „Aktenstute“ (oder gibt es dieses Wort gar nicht?). Auf jeden Fall werden wir dies in Kürze in Angriff nehmen. Jörg, der ursprünglich Wirtschaftsinformatik studiert hat, und sehr gut Websites programmieren kann, wird sich damit noch eine weitere Sparte aufbauen. Außerdem sind wir gerade sehr aktiv dabei unser bereits existierendes, aber leider etwas eingeschlafenes Online-Portal www.eventplaner.net wieder nach vorne zu pushen. Für die Späteinsteiger in meinen Blog: Wir benötigen neue Standbeine, da die Aufträge für unsere Eventagentur „pro-mice“ nach der Dalai Lama Veranstaltung radikal eingebrochen waren (Näheres dazu im Kapitel 4).
Heute hatten wir auch den nächsten Termin bei der Schuldnerberatung. Wie immer war es in dem kleinen Büro unterm Dach brütend heiß wie in der Hölle (siehe auch Kapitel 3). Und Begriffe wir Pfändungsgrenze, P-Konten, Gläubigeranträge, Zwangsversteigerung etc, bringen auch keine Abkühlung, sondern treiben einem eher noch mehr den Schweiß auf die Stirn bzw. in die Achselhöhlen (wie gut, dass ich mir wenigstens noch das Deo leisten kann). Ab Montag beginnt dann unser 8-wöchiger Kurs „Krisenmanagement für Selbstständige“. All diese Angebote erhalten wir vom Sozialamt und wir sind auch äußerst dankbar dafür und nehmen alles wahr, was uns das Amt anbietet. Auch wenn es sehr zeitaufwendig ist und in einer Zeit, in der die Seele eher durchhängt und man morgens am liebsten gar nicht unter der Bettdecke hervorkriechen möchte, manchmal auch noch äußerst Kräfte zehrend (siehe Bild unten). Aber die Informationen sind gut und wichtig für uns und wir wollen ja so schnell wie möglich wieder aus eigener Kraft aus dieser Misere herauskommen. Jammern kann ich später noch! Kürzlich schrieb uns jemand, kein noch so wichtiges Thema rechfertige einen privaten Raubbau. Ich bin jedoch der Meinung, wenn alle so denken, wird sich nie etwas in unserer Gesellschaft, auf unserer Erde ändern. Und es ist meines Erachtens wichtig, dass sich etwas ändert, sei es beim Umdenken in Sachen Nachhaltigkeit, Klima-, Natur- und Tierschutz oder im Bereich Ethik in der Wirtschaft (Themen des letzen Symposiums).
Bei der Veranstaltung im Sommer 2009 in der Frankfurter Commerzbank Arena rief der Dalai Lama zum ersten Mal öffentlich dazu auf, nicht nur zu beten und zu meditieren, sondern auch Engagement in die Gesellschaft zu tragen. Und dies war und ist unsere Motivation.
So, jetzt habe ich doch wieder ganz galant den Bogen zu meinem „Blog im Blog“, dem Tagebuch der Dalai Lama Veranstaltung 2009, gespannt, oder?!
Bisher habe ich über diese Zeit Lustiges, Erfreuliches und Berührendes geschrieben. In diesem Kapitel geht es nun um eine seltsame, eher düstere Erfahrung, die nur schwer einzuordnen ist. Ich war mir auch lange unschlüssig, ob ich darüber überhaupt schreiben sollte, oder es einfach „unter den Tisch fallen lasse“, um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken. Aber das was passiert ist, ist absolut wahr und gehört nun mal dazu. Waren alle Begebenheiten unglückliche Zufälle oder gibt es so etwas wie einen Fluch, oder schwarze Magie? Aber darüber soll sich jeder selbst seine Meinung bilden. Ich schildere hier nur die Fakten. Und wenn ja, wer hätte uns überhaupt schaden wollen?
Vorab möchte ich folgendes klarstellen. Ich bin ein absolut nüchtern, rational und sachlich denkender Mensch. Ich habe mein Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,3 gemacht. Eines meiner Lieblingsfächer war Mathematik, worin ich immer eine 1 hatte. Ich habe danach Bankkauffrau gelernt und viele Jahre, bis wir uns selbstständig machten, als Assistentin eines Bankvorstandes gearbeitet. Ich löse gerne, gut und schnell Logikrätsel, von denen Albert Einstein mal behauptet hat, nur 2% der Bevölkerung seien dazu imstande. Stopp, genug des Eigenlobs. Ich wollte damit nur mein nüchternes und logisches Denken unterstreichen.
Die Vorkommnisse ereigneten sich zwischen dem November 2007 und dem März 2008. Es war Herbst 2007: die schönen Erinnerungen an die Audienz in Hamburg verblassten langsam, der Alltag hatte uns wieder und die Vorbereitungen zum Großevent im Sommer 2009 liefen inzwischen auf vollen Touren. Für uns bedeutete dies vor allem sich mit vielen Evendienstleistern zu treffen, Angebote einzuholen und zu vergleichen, Budgetpläne zu erstellen usw. Alle zwei Wochen fuhren wir nach Frankfurt zur „Gesellschafterversammlung“, die aus je zwei Vertretern der drei Vereine bestand, sowie der Geschäftsführerin der neu gegründeten gGmbH, uns beiden und regelmäßig auch „Gästen“, d.h. Dienstleister, die ihre Angebote erläuterten. Also eine illustre Runde von jeweils mehr als 10 Personen, die in der Regel gute acht Stunden tagte.
Die seltsamen Ereignisse begannen damit, dass ich mehrmals hintereinander bei uns zu Hause die Treppe herunterfiel, was mir vorher nie passiert war. Wir leben in einem kleinen ehemaligen Bauernhaus Baujahr 1904. Das Schlafzimmer und das Bad befinden sich im ersten Stock unter dem Dach. Dahin führt eine Treppe, die aber nicht besonders steil ist und dazu noch mit Teppichboden belegt, so dass man eigentlich gar nicht ausrutschen kann. Nachdem ich in kürzester Zeit vier Mal diese Treppe herunterfiel und mir dabei auch richtig wehtat, war ich mit den Nerven am Ende und sprach zum ersten Mal mit Jörg darüber. Ich weinte und sagte, ich könne dies nicht verstehen, es sei als würde mir jemand die Beine wegziehen und mich zum Fallen „zwingen“.
Kurz darauf ging auf einmal mitten in der Nacht der Feuermelder an. Wir haben zu Hause in jedem Zimmer einen hängen. Der Feuermelder, der im Schlafzimmer direkt über unserem Bett hing, schrillte unbarmherzig los. Jörg und ich standen senkrecht im Bett. Der Feuermelder ließ sich nicht mehr ausschalten, schrillte und schrillte, bis Jörg die Batterien herausriss. Aber es gab weder ein Feuer, noch Rauch. Also, glücklicherweise falscher Alarm. Zitternd vor Schreck und mit noch ganz tauben Ohren, da der Alarm direkt über unseren Köpfen war, lagen wir Bett und versuchten wieder einzuschlafen. Etwa eine Stunde später ging der nächste Feuermelder an. Dieses Mal der im Flur vor unserem Schlafzimmer. Wieder war der Alarm nicht zu stoppen und dieses Mal kam Jörg ohne Stuhl nicht an die Decke. Also schnell einen Stuhl besorgt und wieder die Batterien herausgerissen. Unsere Hunde bellten inzwischen ganz wild und waren ebenfalls nicht zu beruhigen. Nach etwa einer Stunde ging der dritte Feuermelder los. Dieses Mal unten im Erdgeschoss im Esszimmer und wieder ohne jegliche Erklärung. Jetzt nahm Jörg vorsorglich aus allen Feuermeldern die Batterien heraus. Aber die Nacht war gelaufen. An Schlaf war nicht mehr zu denken.
Einige Zeit später war ich morgens im Badezimmer und föhnte mir die Haare. Da ich lange Haare habe, föhne ich sie immer kopfüber, damit sie mehr Volumen bekommen. Ich stand also mit gebeugtem Kopf da und föhnte, als plötzlich eine riesige Stichflamme aus dem Föhn schoss, Gott sei Dank meine Haare verfehlte, weil ich blitzschnell den Kopf wegdrehte, aber mein Bein traf. Mein Lieblingsrock, den ich an diesem Tag trug, wies ein riesiges Brandloch auf, die Wollstrumpfhose darunter (es war inzwischen Dezember) hatte ebenfalls ein Brandloch und mein Bein letztendlich noch eine Brandwunde.
Im Januar fuhren wir eines Abends zu einem Termin nach Frankfurt und parkten unser Auto auf der Straße. Als wir zum Auto zurückkamen, bemerkte ich einen Ölfleck unter dem Auto und machte Jörg darauf aufmerksam. Er sagte, das müsse von einem zuvor geparkten Auto sein. Unser Auto war schließlich gerade erst ein Jahr alt. Wir fuhren also von Frankfurt nach Essenheim zurück (ca. 60 Kilometer) und Jörg bog auf unser Grundstück ein. Beim schließen des Hoftores bemerkte ich die Ölspur. Ich ging auf die Straße und sah, dass sie sich über die ganze Straße zog, auf der wir gerade gefahren waren. Also doch von uns. Am nächsten Tag riefen wir direkt beim Autohändler an und er sagte, wenn wir 60 Kilometer mit Ölverlust gefahren seien, dürften wir das Auto auf keinen Fall mehr bewegen. Es wurde also von uns zuhause in die Werkstatt abgeschleppt und es stellte sich heraus, dass bei einem fast neuen Auto der Ölfilter durchgerostet war. Was eigentlich nicht hätte sein dürfen. Insofern wurden alle Kosten vom Autohändler bezahlt, der sich das nicht erklären konnte. Wir hätten auch großes Glück gehabt, sagte er, dass uns unterwegs wegen des Ölverlustes nicht mitten auf der Autobahn der Motor ausgegangen sei. Das hätte einem bösen Unfall geben können.
Inzwischen wurde ich von unerklärlichem Nasenbluten geplagt. Ein Umstand, den ich vorher nie kannte. Ohne Vorankündigung und ohne dass ich es bemerkte lief mir das Blut aus der Nase. Dafür fiel ich aber nicht mehr die Treppe herunter. Immerhin, Nasenbluten tut wenigsten nicht weh.
Zur Abwechslung suchte uns dann wieder unerklärlicher nächtlicher Lärmterror heim. Die Nacht begann damit, dass Jörgs Handy piepste und meldete, dass der Akku leer sei. Er stand auf, wunderte sich und sagte noch: „Das habe ich doch erst geladen“. Nun, kann ja Mal passieren. Kaum wieder eingeschlafen, piepste mein Handy: „Akku leer“. Wieder aufgestanden, Handy ans Ladegerät gehängt, wieder hingelegt und eingeschlafen. Kurze Zeit drauf: wieder piepsen. Dieses Mal vom Handapparat unseres Festnetzanschlusses. Und dreimal dürfen Sie raten: Ja, richtig: Akku leer. Dies ist uns zuvor und danach nie wieder passiert, dass drei Akkus gleichzeitig und auch noch mitten in der Nacht leer waren. Wie gesagt, kann alles Zufall sein.
Dann kam die Sache mit dem Nagel. Nach dem Malheur mit dem verlorenen Öl, schaute ich jetzt regelmäßig ums Auto, wenn wir von einer Fahrt zurückkamen. Wir kamen also mal wieder aus Frankfurt und ich schaute routinemäßig ums Auto. Da sah ich ihn: einen riesigen Nagel, ca. 10 cm lang, der seitlich in unserem Reifen steckte. Am nächsten Morgen fuhr Jörg damit zu unserer Autowerkstatt, um einen neuen Reifen zu kaufen. Der Autohändler schüttelte den Kopf und meinte erneut: „Da haben Sie aber schon wieder Schwein gehabt. Ihnen hätte auf der Autobahn der Reifen platzen können.“ Und er sagte, dass wir uns den Nagel nicht selbst durchs Darüberfahren eingefangen hätten, da er nicht unten, sondern an der Seite im Reifen steckte….
Und schließlich der große Showdown. Wir fuhren zu einem Termin nach Darmstadt und parkten dort in einer Tiefgarage. Als wir ausstiegen roch es nach Benzin und rund um unser Auto bildete sich schon eine Benzinlache. Jörg rief den ADAC an und die kamen auch sofort und untersuchten dass Auto. Dabei stellten sie fest, dass sich die Benzinleitung vom Tank gelöst hatte und die Benzinpumpe durch die Serviceklappe unter dem Rücksitz das Benzin in den Wageninnenraum pumpte. So etwas komme so gut wie nie vor, sagte der Mechaniker. Und, wir kannten das ja jetzt schon: „Da haben sie aber mehr als Schwein gehabt. Ein Funke und sie wären mit dem Auto in die Luft geflogen und mit Ihnen wahrscheinlich noch die ganze Tiefgarage“. Wir hatten jetzt aber genug von soviel „Schwein gehabt“ (obwohl ich Schweine sehr mag und sie deshalb auch nicht esse). Wir mussten etwas unternehmen, mit irgendjemanden darüber sprechen. Also erzählten wir es einigen Leuten aus der Gesellschafterrunde, zu denen wir Vertrauen hatten, davon. Und wir wurden tatsächlich nicht für verrückt gehalten. Ein Rinpoche (aus Diskretionsgründen nenne ich in meinem Blog nicht immer Namen) besuchte uns, sprach Mantras über uns, gab uns einen Segen und jedem ein Schutzamulett. Und von diesem Tag an war der ganze „Spuk“ vorbei: keine Unfälle mehr, keine technischen Pannen mehr, keine nächtlichen Ruhestörungen mehr. Nach vier aufregenden Monaten war unser Leben wieder so ruhig wie zuvor. Diese Geschichte ist ohne Wertung unsererseits. Mag sich jeder seine eigene Meinung darüber bilden. Das Schutzamulett trage ich allerdings immer noch bei mir und habe es nachts unter meinem Kopfkissen liegen, obwohl ich ein Realist bin.
PS. Heute gab’s schon wieder Nudeln zum Abendessen: feurige Chilli-Nudeln mit scharfer Arrabiata-Soße. Das trieb mit dann zum zweiten Mal an diesem Tag den Schweiß auf die Stirn und in die Achselhöhlen (aber mein Deo hielt und hielt und hielt….)
Möchten Sie wissen, wie es weitergeht? Dann bleiben Sie dran. Sollte Sie die Geschichte weiter interessieren, wäre ich für eine kleine finanzielle Unterstützung in Ihrem eigenen Ermessen zu Gunsten des Verlustausgleichs der Symposien 2010 und 2011 und dafür, dass es eventuell 2012 weitergehen kann, sehr dankbar. Wir freuen uns auch über kleine Beträge.
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Mona Ulmer
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Kapitel 6: Toilettenpapier in den Haaren
27.7.2011 von admin.
Letzte Woche hatte ich Geburtstag und wurde zwei Tage im „Hotel Mama“ verwöhnt. Meine Eltern dachten wohl Jörg und ich müssten mal wieder etwas richtiges essen (sie hatten Kapitel 4 meines Blogs über die „täglichen Nudeln“ gelesen), jedenfalls gab es schon nachmittags eine große Buttercremetorte in Herzform mit Marzipanrosen drauf (Schmatz). Und dann am Abend noch ein 7-Gang-Menü. Ja, richtig gelesen: so etwas gibt es tatsächlich. Es war das erste 7-Gang-Menü meines Lebens und alles wurde „weggeputzt“: Speck anlegen für schlechte Zeiten ist die Devise. Nur bei der Torte, da ist meinen Eltern ein Fehler unterlaufen: stand doch da tatsächlich drauf: zum 50. Geburtstag. Dabei feierte ich doch eigentlich meinen 39. Geburtstag (halt bloß zum elften Mal). Als Frau lebe ich nach dem Motto von Coco Chanel:
Eine Frau kann mit 19 entzückend sein,
mit 29 hinreißend sein,
aber erst mit 39 ist sie absolut unwiderstehlich.
Und älter als 39 wird keine Frau, die einmal unwiderstehlich war.
Deshalb feiere ich seit elf Jahren meinen 39. Geburtstag und mache mir so gar keine Gedanken ums älter werden. Ja, auch Buddhistinnen können eitel sein. Da stehe ich voll und ganz dazu.
Mit Toilettenpapier in den Haaren sieht man aber nicht gerade nach „Grande Dame“ aus und dies hatte ich vor zwei Tagen meiner besseren Hälfte Jörg zu verdanken, der sich als Handwerker austobte. Wir leben ja bereits seit mehr als einem Jahr äußerst sparsam, um jeden Cent in das Symposium zu stecken. So liegt zum Beispiel mein letzter Friseurbesuch auch mehr als ein Jahr zurück. Meine Haare schneiden und färben ist seitdem Jörgs Aufgabe. Und das macht er echt klasse. Lila Haare oder ähnliches gab es noch nie. Das jetzige „Unglück“ nahm aber seinen Lauf, nachdem vor einigen Tagen der Duschschlauch an unserer Badewanne kaputt ging. Um Geld zu sparen brachte Jörg nur einen 1,2 m Schlauch anstelle der bisherigen 2 m aus dem Baumarkt mit. Darüber habe ich bereits die ganze Zeit geflucht, da er einfach zu kurz ist. Duschen ist seitdem nur noch in der Hocke möglich. Dann aber floss auf einmal das Wasser in der Badewanne nicht mehr ab. Und wenn weder das richtige Werkzeug, noch Geld für einen Klempner da ist, muss der Herr des Hauses eben selbst ran. Unser Badezimmer liegt unter dem Dach und Jörg hatte die glorreiche Idee auf den Dachboden zu steigen und das Entlüftungsrohr der Kanalisation mit einer elektrischen Luftpumpe mal so richtig durchzupusten. Am Wasserstand der Badewanne tat sich aber nichts. Vom Dachboden rief’s herunter:
„Öffne mal den Toilettendeckel, steht da auch Wasser drin?“
Ich: „Nein“
Vom Dachboden: „Wahrscheinlich ist nur eine dicke Luftblase im Rohr. Ich geb’ mal richtig Gas. Beobachte mal an der Toilette, ob sich was tut!“
Wie konnte ich nur so blöd sein und meinen Kopf tatsächlich über die Toilette beugen. Sie ahnen schon was jetzt kommt? Richtig: Meine bessere Hälfte gab richtig Power auf die Luftpumpe und es schoss eine Fontäne aus Wasser und Toilettenpapier aus der Toilette auf mich nieder. Wie ein Rumpelstilzchen hüpfte ich fluchend und schreiend durchs Badezimmer, die Toilettenpapierfetzen im Haar und stürzte an die Badewanne. Hier war das Wasser inzwischen tatsächlich abgelaufen. Ich riss den Duschschlauch aus der Halterung und wollte den Kopf unter frisches Wasser halten. In der Hektik fiel mir jedoch der Schlauch aus der Hand und weil er nun mal zu kurz ist (s. oben), zuckte er wie eine Schlange in der Badewanne hin und her, machte mich komplett nass, inklusive Kleidung und setzte auch noch das Badezimmer unter Wasser. Was dann folgte kann man als „Szenen einer Ehe“ bezeichnen, als Jörg wegen meines Geschreis vom Dachboden gestürzt kam und auch noch anfing zu lachen. Da habe mich vollends meine „Contenance“ verloren.
Das kommt dabei heraus, wenn sich zwei „Schreibtischtäter“ mangels Geld als Handwerker versuchen. Immerhin, der Abfluss funktioniert wieder einwandfrei. Aber mein Fazit (ganz gemäß Winfried Bornemann, deutscher Schriftsteller, gest. 1944):
„Wir kommen vom Regen unter Umgehung der Traufe direkt in die Scheiße“.
(Sorry für die Ausdrucksweise. Aber wie gesagt meine „Contenance“ war dahin).
Bei diesem Thema ist es jetzt natürlich absolut schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, den Bogen zum Dalai Lama 2007 in Hamburg zu spannen. Deshalb mache ich einfach da weiter, wo ich im letzten Kapitel aufgehört hatte:
Wir saßen also alle mucksmäuschenstill und gespannt im Audienzraum und starrten zur Tür, die sich endlich öffnete. Der Dalai Lama kam fröhlich und gutgelaunt herein (entweder passieren ihm nie solche Missgeschicke oder er steht da ganz gelassen und souverän darüber; ich vermute letzteres) und setzte sich nach vorne auf das Sofa. Flugs wurden die Schuhe abgestreift und er saß im Lotussitz. Und lachte und kicherte, so wie man ihn kennt. Seine Fröhlichkeit ist ansteckend und seine Aura unglaublich. Wir besprachen nun mit ihm die Themen für das Teaching und den Public Talk in Frankfurt und legten ihm die ersten Plakatentwürfe auf Kappa für die Werbung vor. Er wählte sein Lieblingsmotiv aus und unterzeichnete es. Dieses Plakat mit seiner Originalunterschrift wird nun im Tibethaus in Frankfurt aufbewahrt. Wir haben jedoch zwei Farbdrucke vom Original zuhause, die uns immer an diese erste Begegnung erinnern werden. Zum Schluss traten wir alle einzeln vor, er segnete uns und legte uns den Katak um. Als wir wieder draußen waren hatte es endlich aufgehört zu regnen und wir standen alle ganz fasziniert und ergriffen zusammen: ein noch relativ frisch „zusammen gewürfelter Haufen“, der sich kaum kannte und dem plötzlich bewusst wurde, welch große und ehrenvolle Aufgabe vor ihm lag. Vajramala fand als erstes die Worte wieder und sagte: „Ich bin so dankbar Euch alle kennen lernen zu dürfen“.
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Mona Ulmer
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Kapitel 5: Jetzt fehlen nur noch die elektronischen Fußfesseln!
19.7.2011 von admin.
Meine Oma wird im September 97 Jahre alt (ja, wirklich, kein Schreibfehler!). Mit einer Größe von nur 1,47 m düst sie noch immer ganz flott mit ihrem Gehwagen und ihrem Stock durch die Gegend. Meist jedoch mit dunkler Sonnenbrille oder Augenklappe, da sie auf einem Auge kaum noch was sieht und sich so wohler fühlt. Sie sieht dann aus wie ein Pirat. Dies ist natürlich nicht bös gemeint :). Allerdings hört sie noch schlechter als sie sieht. Und meistens hört sie nur, was sie hören will. Ansonsten sagt sie immer: „Kind ich kann Dich nicht verstehen“. Ein Hörgerät kommt für sie nicht in Frage, dazu ist sie ihrer Meinung nach zu alt. In ihrem Alter, so meint sie, hilft sowieso nichts mehr: weder Hörgerät noch Brille. Dabei hat sie es gar nicht erst probiert. Soviel zu meiner Oma. Und ihr versuche ich gerade zu erklären, dass wir jetzt auf Hilfe vom Sozialamt angewiesen sind. Sie hat ja die ganze Zeit dem Symposium mit entgegengefiebert; dann aber nicht so recht verstanden was danach mit uns passiert ist (dabei habe ich wirklich laut genug gesprochen!). Da sie weiß, dass wir selbstständig sind und auch versteht, dass wir von Auftrag zu Auftrag arbeiten, fragte sie mich direkt nach Pfingsten, was denn nun unsere „neue Arbeit“ sei (so nennt sie es immer, wenn wir an einem neuen Auftrag arbeiten). Ich versuchte ihr zu erklären, dass wir einen Antrag auf ALG II stellen mussten. Der sehr lautstarke Dialog, den bestimmt die gesamte Nachbarschaft besser verstanden hat als sie, ging dann ungefähr so:
„Kind, was ist denn jetzt genau Deine neue Arbeit? Was schaffst Du denn den jetzt den ganzen Tag?“
„Oma, für den Antrag muss ich ganz viele Formulare ausfüllen, Bescheinigungen beantragen, Kopien anfertigen usw.“
„Kind, kannst Du Dich denn jetzt nicht erst einmal ausruhen. Meinst Du denn die neue Arbeit bringt Dir etwas?“
„Ja, Oma, dass wird sie, denn wir haben einen gesetzlichen Anspruch darauf Unterstützung zu erhalten.“
…. grübel, denk, grübel …
„Also Kind, dann wünsche ich viel Glück mit der neuen Arbeit und dass es dieses Mal besser läuft als mit der letzten Arbeit.“
Okay, die Sache mit dem Amt und den Formularen kann man ja inzwischen als Vollzeitjob ansehen. Und besser als die „letzte Arbeit“ (das Symposium) kann es nur sein, denn einen „Antrag auf Verlust“ wird es auch bei unserer teilweise irren Bürokratie wohl doch nicht geben, oder?!
Womit wir wieder beim Thema wären: Morgen habe ich (das Kind, wie Oma immer noch sagt) meinen 50. Geburtstag. Und meine Eltern haben Jörg und mich zu sich eingeladen. Da sie in der Pfalz wohnen, werden wir eine Nacht bleiben. Zwei Tage wegbleiben? Das geht jetzt natürlich nicht mehr ohne Antrag ans Amt. Jawohl, richtig gelesen: einen zweiseitigen Urlaubsantrag für jeden von uns, mit ausführlicher Begründung der Abwesenheit. Dann warten auf die Genehmigung, die gestern auf den letzten Drücker kam, mit dem Hinweis, dass es sich um eine große Ausnahme handele, da ich einen runden Geburtstag habe. Eigentlich werde nämlich eine „Abwesenheit vom zeit- und ortsnahen Bereich“ in den ersten drei Monaten nicht erlaubt. Zitat aus dem Merkblatt: „Sind Sie vorübergehend nicht zu erreichen, kann das zur Rückforderung von Leistungen führen, auch wenn Sie sich tatsächlich in der Nähe des Trägers aufhalten“. Heißt übersetzt: Wir müssen werktags jederzeit telefonisch oder persönlich für das Amt erreichbar sein. Also sozusagen Hausarrest. Übrigens auch für jeden Geschäftstermin, auswärts beim Kunden, müssen wir uns abmelden. Und jetzt kommt der Clou: wenn unsere beiden Tage „genehmigte Abwesenheit“ vorbei sind, müssen wir uns wieder beim Amt zurückmelden. Und zwar nicht telefonisch, sondern tatsächlich beide (!) persönlich. Also müssen Jörg und ich am Donnerstag gemeinsam zum Amt fahren (in der Kreisstadt, ca. 30 Minuten Fahrtzeit einfach) und uns dort ins Wartezimmer setzten (was auch wieder mindestens eine Stunde dauern wird), um uns dann bei unserem „Bewährungshelfer“, sorry, „Fallmanager“ wieder zurück zu melden. Irgendwie glaube ich jetzt doch im falschen Film zu sein. Schließlich haben wir ja nichts verbrochen. Nun fehlen nur noch die elektronischen Fußfesseln wie in den amerikanischen Krimis. Na ja, kommt vielleicht noch.
Wie anders war dies doch im Juli vor vier Jahren. 2007, etwa zur gleichen Zeit wie jetzt, fuhren Jörg und ich mit unseren beiden kleinen Hunden, ohne Abmeldung und ohne Antrag, froh gelaunt mit dem Auto nach Hamburg: zu den Teachings des Dalai Lama und zu einer Audienz bei ihm. Mit im Koffer ein neues Kleid für mich und ein neues Hemd für Jörg. Schließlich wollten wir dem Anlass gebührend erscheinen, wie bei einer großen Festlichkeit. Und dies war auch richtig so, auch die Tibeter tragen ihre beste Festkleidung wenn sie dem Dalai Lama begegnen. Außerdem mit im Gepäck: ganz viel Freude und Aufregung. Erinnern Sie sich noch an mein erstes Kapitel, indem ich beschrieb wie sehr ich mir wünschte den Dalai Lama einmal „live auf der Bühne“ zu sehen? Dieser Wunsch wurde jetzt mehr als erfüllt: Wir würden sogar mit ihm in einem Raum sein.
Die Atmosphäre in der Stadt war großartig. Da gleichzeitig auch der Nonnenkongress stattfand, waren viele Nonnen, und auch Mönche, aller Nationen in der Stadt unterwegs. Dies hatte etwas Friedliches und zugleich auch Exotisches an sich und steigerte unsere freudige Stimmung und Anspannung noch mehr. Am ersten Abend in Hamburg saßen wir auf der Sommerterrasse einer Pizzeria an einem großen Tisch, um unser Abendessen einzunehmen. Da es sich um einen langen Tisch mit Bänken handelte, setzte sich noch ein Ehepaar mit Sohn im Teenageralter dazu. Als sie hörten, dass wir uns über den Dalai Lama unterhielten, sprachen sie uns an, ob wir denn auch wegen der Veranstaltung nach Hamburg (in ihre Stadt, es waren Hamburger) gekommen seien. Freudestrahlend bejahten wir dies und erzählten, dass wir sogar eine Audienz hätten, da wir die Projektleiter der Dalai Lama Veranstaltung in zwei Jahren in Frankfurt seien. Daraus ergab sich dann ein nettes abendfüllendes Gespräch mit den drei Hamburgern über den Dalai Lama und Buddhismus. Sie wussten darüber nur wenig, waren aber sehr interessiert und konnten gar nicht genug erfahren.
Dann endlich kam der Tag unserer Audienz. Und trotz Hochsommer machte Hamburg seinem Ruf alle Ehre: Es regnete in Strömen und war bitterkalt. Da es in der Nähe des Rothenbaum-Stadions keine Parkplätze gab, mussten wir vom Hotel aus ca. 20 Minuten im „guten Zwirn“ und frisch frisiert durch den strömenden Regen laufen. Im Stadion angekommen gab ich dann Schirm und Mantel an der Garderobe ab und stand dann bibbernd in meinem eleganten dunkelblauen (fast) Abendkleid morgens um 9 Uhr im kalten Freigelände vor der Garderobe. Die Frisur vom Regen zusammengefallen, das Make-up verlaufen, zog ich dann auch noch meine Gummistiefel aus und dunkelblaue Sandaletten an, und drückte die Stiefel der Garderobiere in die Hand. Diese sah mich wie von „allen Geistern verlassen“ an und stotterte „Wollen Sie nicht lieber den Mantel anlassen? In den Rängen ist es so kalt wie im Freien und der Wind bläst kräftig.“ Stolz (und damit eigentlich ganz „unbuddhistisch“) teilte ich ihr mit, dass ich jetzt zur Audienz beim Dalai Lama geladen sei. Nachdem ich mich wieder ein wenig hergerichtet hatte, gingen wir zum Presse-Center, wo wir uns anmelden sollten. Dort ging es zu wie im Taubenschlag. Alle wieselten ganz aufgeregt herum. Wir mussten mit dem Rest unseres Frankfurter Orga-Teams und noch einigen anderen geladenen Gästen (insgesamt ca. 20 Personen) noch eine gute Stunde warten. In der Zwischenzeit ließen wir uns von den „erfahrenen Audienzteilnehmern“ zeigen wir man den Katak aufwickelt und später wieder ausrollt. Die Aufregung war bei allen riesig. Und ich habe die ganze Zeit über höllisch gefroren und gezittert. Keine Ahnung ob es an der Nervenanspannung lag oder doch an dem dünnen Kleid. Dann wurden wir endlich in den Audienzraum geführt und von einigen Tibetern aufgeregt auf diversen Ledersofas, die U-förmig standen, platziert. Und direkt vorne stand noch ein freies Sofa, auf dem gleich Seine Heiligkeit sitzen sollte. Und dann kam er herein …
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Mona Ulmer
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Kapitel 4: Montag Nudeln, Dienstag Nudeln, Mittwoch Nudeln …
13.7.2011 von admin.
Hallo an alle Fans meines Internet-Tagebuchs. Und dies sind immerhin schon fast 100 Menschen, die meinen täglichen Blog lesen. Wobei wir beim Thema wären: eigentlich wollte und will ich meinen Blog täglich schreiben. Aber auch die größten Optimisten, so wie normalerweise ich, haben mal einen seelischen Tiefpunkt. Tage, an denen irgendwie alles schief läuft. Und in so einem Loch hänge ich gerade drin, obwohl ich täglich beim Aufstehen versuche mich selbst aufs Neue zu motivieren. Deshalb habe ich die letzten Tage nicht geschrieben. Ich war einfach geistig unendlich müde. Gestern kam von einem lieben Menschen dann ein Päckchen mit einem Buch: „Radikaler Optimismus. Frauen lehren den Dharma“. Ein Wink mit dem Zaunpfahl: OPTIMISMUS. Also wieder aufstehen Mona!
Was war in den letzen Tagen passiert? Ein Auf und Ab der Gefühle. Zunächst Freude und Optimismus: Aufgrund meines Blogs sind bereits 830 EUR an Spenden eingegangen. Allen Spendern herzlichen Dank dafür. Sofort haben wir einige Abschläge auf offene Rechnungen des Symposiums gezahlt. Ich freue mich immer unendlich, wenn ich einem unserer Gläubiger einen Abschlag überweisen kann. Und dies ist ehrlich gemeint. Denn es wäre absolut daneben, wenn wir ein Symposium für Buddhismus & Ethik veranstalten und dann ganz „unethisch“ unseren eigenen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen würden.
Letzte Woche bei der Schuldnerberatung (Kapitel 3 des Blogs) sagte man uns sogar, wir könnten es uns einfach machen und selbst Insolvenz mit Restschuldbefreiung beantragen. Dies würde aber bedeuten, dass alle Gläubiger des Symposiums leer ausgehen würden. Aber es ist nicht unsere Art so zu handeln, auch wenn es für uns schwerste Bedingungen und viel Verzicht bedeutet. Außerdem würden wir dann den Weg für ein weiteres Symposium versperren, egal ob 2012 oder erst 2013 (je nach den finanziellen Umständen). Und wir bekommen noch immer fast täglich eMails mit Danksagungen für das Symposium und der Bitte weiterzumachen.
Eigentlich dachten wir auch bis zum Montag mit allen unseren Gläubigern einig zu sein. Dann der Rückschlag. Einer macht uns Druck, will sein Geld sofort haben, weil er gerade selbst in einem finanziellen Engpass steckt. Dafür habe ich wirklich Verständnis, aber es kann das ganze Projekt „Symposium“ gefährden, wenn er uns in die Insolvenz treiben würde. Also Nervenanspannung pur. Können wir ihn wieder beruhigen? Für uns privat würde es keinen Unterschied mehr machen: tiefer als tief geht eben nicht mehr. Aber es wäre so schade um unsere Vision, mit dem Symposium das Bewusstsein der Menschen für ein achtsameres Umgehen mit den Mitmenschen, den Tieren, der Natur und unserem Planeten zu sensibilisieren.
Heute Vormittag dann der nächste Rückschlag. Wir hatten wieder einen Termin beim Arbeitsamt in Mainz. Dort sollte ich laut dem Sozialamt in Ingelheim zuerst ALG I (Arbeitslosengeld) beantragen, bevor wir ALG II (Sozialhilfe) erhalten würden. Der Grund dafür war meine vorübergehende Anstellung als Geschäftsführerin bei der „Buddhismus in Frankfurt a.M. 2009 gGmbH“, die den Besuch des Dalai Lama vorbereitete. Ich hatte mich zwar schon gewundert, da diese Tätigkeit bereits 2009 endete, aber ich kam natürlich dieser Aufforderung nach. Was auch wieder mit richtig viel Arbeit verbunden war. Aber wie ich ja bereits im letzten Kapitel schrieb, ist „Formulare ausfüllen“ inzwischen zu meiner liebsten Beschäftigung geworden. Also mit Freude erledigt: 10 Seiten Formular ausgefüllt, Arbeitsbescheinigung beim letzten Arbeitgeber beantragt, Bescheinigung bei der Krankenversicherung beantragt, neue Lohnsteuerkarte beantragt, Arbeitsvertrag aus der Ablage im Keller herausgesucht, eine DIN A Seite Stellungnahme geschrieben warum ich nicht früher ALG I beantragt habe …. Uff. Und nach dieser ganzen Arbeit dann heute morgen die Ablehnung in Amtsdeutsch: „Sie sind in den letzten 2 Jahren vor dem 1. Juli 2011 weniger als zwölf Monate versicherungspflichtig tätig gewesen und haben deshalb die Anwartschaft gemäß § 123 und § 124 SGB III nicht erfüllt.“ Wieder uff, hatte ich doch gleich vermutet, schließlich sind wir ja eigentlich selbstständig und meine Anstellung während der Dalai Lama Veranstaltung war eine Ausnahme. Mehr dazu später im Blog. Diese Eskapade mit dem ALG I hat uns jedoch 14 Tage Zeit gekostet bei unserem Antrag auf ALG II. Und es ist immer noch kein Geld vom Amt geflossen. Bürokratische Mühlen mahlen eben doch langsam. Meine anfängliche Euphorie über die Hilfsbereitschaft der Ämter schmilzt gerade etwas dahin, auch wenn draußen zurzeit keine Sonne scheint.
Deshalb auch mein heutiger Titel: Montag Nudeln, Dienstag Nudeln, Mittwoch Nudeln …. Nudeln mit Tomatensoße sind nun mal das günstigste Lebensmittel, wenn der Geldbeutel leer ist. Das ist ja weithin bekannt. Aber, was für ein Glück für mich: dank meiner italienischen Vorfahren ist mir die Vorliebe für Pasta wohl in die Wiege gelegt worden. Jedenfalls: bereits seit meiner Kindheit gehören Nudeln zu meiner Leibspeise (ah, da kommt mein Optimismus wohl doch wieder durch). Und mein Schatz Jörg muss da eben mit ziehen. Selbstverständlich bleibt es nicht bei Tomatensoße. In Pasta-Zubereitung bin ich eine Spezialistin. Und sogar unsere Hündin Emily liebt Nudeln (s. Bild, aber natürlich ohne Soße).
Sicherlich werden sich einige inzwischen fragen, was eigentlich aus unserer Veranstaltungsagentur „pro-mice“ geworden ist, von der ich im ersten Kapitel meines Blogs schrieb. Können wir damit nicht mehr „unsere Brötchen verdienen“, wie früher? Nun, die Antwort ist eigentlich eher traurig: Während der Vorbereitungszeit zur Dalai Lama Veranstaltung konnten wir wegen des enormen Arbeitsaufwandes, der durch seine Teilabsage kam und so nicht geplant war (mehr dazu später im Blog), keine anderen Kunden, auch nicht unsere Stammkunden, bedienen. Danach haben wir es nicht mehr geschafft bei den Firmen wieder Fuß zu fassen. Unser größter Kunde (aus Singapur) hat sich von uns distanziert, weil er viele Geschäfte mit China macht und wir für den Besuch des Dalai Lama gearbeitet haben. Und von unseren anderen früheren Kunden hat uns lediglich einer die Treue gehalten. Von anderen bekommen wir nun zu hören “Ach, Sie sind ja jetzt unter die Buddhisten gegangen”, als wäre dies was Übles. Wir waren ja bereits vor der Dalai Lama Veranstaltung Buddhisten, aber da wusste es halt keiner. Die Dalai Lama Veranstaltung können wir also nicht als Referenz für unsere Agentur anführen. Da wir aber fast 3 Jahre ausschließlich dafür gearbeitet haben, haben wir keine aktuellen anderen Referenzen vorzuweisen. Und dies ist schlecht in der Branche. Wir werden uns wohl ein ganz anderes Standbein suchen müssen.
Jörg hat bereits damit angefangen: Er knotet aus Paracord (= Fallschirmleine) Armbänder, Schlüsselanhänger und Lanyards. Gerade die Armbänder sind in den USA bereits das Sommeraccessoire schlechthin und ein „must have“. Jörgs selbstproduzierte Armbänder bietet er auf unserer Website als Solidaritätsarmband für das Symposium an: der Reinerlös fließt in die Finanzierung des Symposiums. Die Armbänder sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich und für Frauen und Männer gleichermaßen ein schönes Accessoire. Sie sind vom Material her unverwüstlich und wasserfest. Schauen Sie doch mal in unseren Shop:
So, damit mein heutiger Bericht nicht zu lange und zu ermüdend für die Leser wird, werde ich über die Dalai Lama Veranstaltung morgen weiter berichten.
Es würde mich freuen, wenn Sie dran bleiben. Sollte Sie die Geschichte weiter interessieren, wäre ich für eine kleine finanzielle Unterstützung in Ihrem eigenen Ermessen zu Gunsten des Verlustausgleichs der Symposien 2010 und 2011 und dafür, dass es eventuell 2012 weitergehen kann, sehr dankbar. Wir freuen uns auch über kleine Beträge.
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Mona Ulmer
Immer nur Nudeln?
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Paracordarmband.
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Kapitel 3: Lächeln! Morgen wird schlimmer…
7.7.2011 von admin.
Heute Morgen auf dem Weg vom Parkplatz zur Schuldnerberatung kamen wir an einem Schaufenster vorbei. Darin stand eine schöne orangefarbene Einkaufstasche auf der in großen Buchstaben stand:
Lächeln!
Morgen wird schlimmer…
Ich sah mich um: Meinten die damit etwa mich? Kann aber nicht sein. Denn schlimmer kann’s jetzt eigentlich nicht mehr kommen. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass es nur noch besser werden kann. Ist doch logisch, oder?
Also heute einen weiteren Vormittag auf dem Amt verbracht. Kopfschwirren vor lauter Informationen. Es war auch noch ein Büro unter dem Dach und schon morgens um 09.30 Uhr brütend heiß. Oder war das etwa schon der Vorhof zur Hölle? Alles Quatsch, denke ich mir, während mir der Schweiß von der Stirn rinnt und ich versuche den komplexen Ausführungen des Beraters zu folgen. So etwas gibt es ja bei den Buddhisten nicht und bei den Christen bin ich ja sozusagen ausgetreten. Also: entspannen und weiter zuhören. Wieder einen ganzen Stapel Erläuterungen mitgekommen: z.B. die Broschüre „Rechte und Pflichten gegenüber dem Gerichtsvollzieher“. O-Ton des Beraters: er bereite uns auf den „worst case“ vor. Ach nein, wie tröstlich. Und juhu, wie kann es anders sein, unser „Geschenk“ beim Verabschieden: 10 Seiten neue Anträge und einen neuen Abgabetermin. Jubel, denn ich kann mir einen Tag ohne „Formulare ausfüllen“ unter Zeitdruck schon gar nicht mehr vorstellen. Mit welch banalem Zeug habe ich doch früher nur meine Zeit verbracht, wo es doch in unserem bürokratischen Land so viele schöne Formulare und Gesetze gibt. Trotzdem bin ich dankbar, dass wir in einem Sozialstaat leben und diese Unterstützung überhaupt möglich ist.
Und nun die gute Nachricht nach all den Terminen in der letzten Woche: die Firma Buddhismus & Ethik muss im Moment noch nicht geschlossen werden, solange keiner der Gläubiger vom Symposium einen Insolvenzantrag stellt. Es gibt also theoretisch die Chance auf ein weiteres Symposium, wenn es denn interessierte Menschen gäbe, die mitziehen und das Symposium finanziell unterstützen würden.
Doch nun zurück ins Jahr 2007. Schließlich heißt ja der Blog: „Wie alles begann“. Am 30. Mai traf sich nun also das Organisationsteam zum ersten Mal und damit war der Startschuss in die Vorbereitungsphase gefallen. Von nun an würden wir uns zunächst alle 4 Wochen in Frankfurt im Tibethaus persönlich treffen und dazwischen natürlich per eMail und Telefonkonferenzen kommunizieren. Wir, das waren Sonja, unsere Geschäftsführerin der neu gegründeten Buddhismus in Frankfurt a.M. 2009 gGmbH, Vajramala und Hans-Erich von der DBU, Simone und Gisela vom Tibethaus, Hue Nghiem von der Pagode Phat Hue und natürlich Jörg und ich. Ein bunt gewürfelter Haufen aus drei buddhistischen Traditionen, aber alle mit dem gleichen Ziel: möglichst vielen Menschen, unabhängig von Glaube, Kultur und Nationalität in Frankfurt die Möglichkeit zu geben ihrem spirituellem Vorbild, dem Dalai Lama live zu begegnen. Wie würde sich unser Team verstehen, würden wir gut miteinander auskommen? Jetzt in diesem Moment waren wir jedenfalls alle sehr euphorisch. Sechs Tage sollte der Dalai Lama nach Frankfurt kommen. Und wir träumten davon an jedem Tag die Commerzbank Arena voll mit Menschen zu haben. Dies wären rd. 100.000 Menschen. Griffen wir nach den Sternen oder würde es Realität werden? Zunächst aber begann unser Traum ganz bodenständig, trocken und bürokratisch, eben typisch deutsch: Firma gründen, Gemeinnützigkeit beantragen, Behördengänge, Notar, Bank. Handelsregister, Finanzamt, Budgetpläne erstellen und so weiter. Dann aber das erste Schmankerl: vom 23. – 26. Juli 2007 würde der Dalai Lama für Teachings in Hamburg weilen und unser Team bekam eine Privataudienz bei ihm. Und Jörg und ich würden zum ersten Mal dem Dalai Lama begegnen, ganz nah. Zuvor am 06. Juli war aber noch die Geburtstagfeier für den Dalai Lama im Tibethaus. Es war eine wundervolle Stimmung. Alle hatten eine Blume für ihn dabei, die ihm symbolisch (er selbst war ja tausende Kilometer weit weg) als Geschenk dargebracht wurde. Dagyab Rinpoche, einer guter Freund des Dalai Lama seit der Flucht aus Tibet 1959, erzählte Anekdoten von ihm, die uns alle zum Schmunzeln brachten. Anschließend sahen wir einen Film vom Besuch des Dalai Lama 2005 in Wiesbaden. Es war ein Blick hinter die Kulissen: der Empfang am Flughafen, die Fahrt zum Hotel, sein Aussteigen aus dem Auto, umringt von Bodyguards, Fotografen und Presse. Bei dem Gedanken, das wir dies alles so in zwei Jahren ebenfalls erleben würden, liefen mir die Tränen die Wangen herunter: vor Rührung, vor Dankbarkeit, vor Glück….
Morgen werden Sie mehr über unsere ganz persönliche Geschichte und die Entstehung des „Internationalen Symposiums für Buddhismus & Ethik“ erfahren. Es würde mich freuen, wenn Sie dran bleiben. Sollte Sie die Geschichte weiter interessieren, wäre ich für eine kleine finanzielle Unterstützung in Ihrem eigenen Ermessen zu Gunsten des Verlustausgleichs der Symposien 2010 und 2011 und dafür, dass es eventuell 2012 weitergehen kann, sehr dankbar.
Die Bankverbindung für das Symposium lautet:
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Kontonummer: 3131831 bei der Ethikbank, BLZ 830 944 95.
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Mona Ulmer
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Kapitel 2: Rosa “Hello Kitty” Pantoffeln
6.7.2011 von admin.
Waren heute wieder auf dem Sozialamt, ups Verzeihung, neudeutsch: Jobcenter. Der fünfte (!) Termin in einer (!) Woche. Ist ein echter Ämter-Marathon. Dienstag letzter Woche im Jobcenter Ingelheim: Ersterfassung – Dauer ca. 1 Stunde. Gleich anschließend zu unserem „Fallmanager“ zur gemeinsamen Erstellung der „Eingliederungsvereinbarung“. Wieder eine Stunde Gespräch. Wartezeiten, Nummern, tausend Formulare – alles was ich bisher nur aus dem Fernsehen kannte, ist nun Realität und bestimmt zurzeit unseren Alltag. Donnerstag dann in die „Leistungsabteilung“ zum dritten Sachbearbeiter. Der Termin dauerte gute 4 Stunden: Ich weiß nicht, wer anschließend mehr fertig war: der Sachbearbeiter oder wir! Dieser beordert uns für den nächsten Tag (Freitag) nach Mainz zur Vermittlungsabteilung der „ARGE“ und zum vierten Sachbearbeiter. Heute dann wieder zurück nach Ingelheim in die Leistungsabteilung. Die Hausaufgabe dazwischen: 27 Seiten Anträge mit rd. 30 Seiten Erklärungen (bei Selbstständigen ist das komplizierter als bei Arbeitnehmern). Dazu ein ca. 15 cm hoher Stapel mit Kopien, die unser ganzes Leben offen legen. Wegen des hohen Verlustes beim Symposium hat man uns eine „Schuldenberatung“ aufs Auge gedrückt. Termin: morgen. Dieses Mal in Nieder-Olm. Danach müssen wir zum „Krisencheck für Unternehmen“, wieder nach Mainz. Und dann am nächsten Dienstag wieder zur „ARGE“ in Mainz. Ist also momentan sozusagen ein Vollzeitjob für uns. Ich muss aber sagen, dass sie auf den Ämtern alle sehr nett zu uns sind. Ganz anders als man immer so hört.
Scheinbar bin ich im Büro zuviel herumgerannt, um die Unterlagen für die Ämter zusammenzustellen, jedenfalls gingen meine Hausschuhe kaputt: Riemchen durchgerissen, nichts mehr zu machen, Mülltonne. In „normalen“ Zeiten eigentlich kein Problem. Was aber wenn absolute Ebbe im Geldbeutel ist und das Sozialamt noch nichts ausgezahlt hat? Also ab zum nächsten Textildiscounter, da soll es ja bekanntlich billig sein. Tatsächlich entdeckt meine „bessere Hälfte“ Jörg dort Pantoffeln – aber nur eine Sorte: quietschrosa von „Hello Kitty“ (s. Bild unten). Zu allem Überfluss auch noch in meiner Größe und nur 5,99 EUR teuer, äh billig. Kann man machen nix: muss ich mitnehmen. Ist jedenfalls besser als barfuss laufen, da ich sowieso immer kalte Füße habe. Ich schaue Jörg nur an und sage: „Wehe Du lachst“. Was er sich wohlweißlich dann auch verkneift. In zwei Wochen werde ich 50 Jahre alt und trage rosa Katzenpantoffeln. Krass. Ich weiß gar nicht welches Sprichwort da besser passt: „Wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen“ oder „Humor ist wenn man trotzdem lacht“.
Wie kam es zu der Suppe, die wir gerade auslöffeln? Ich blicke wieder fast vier Jahre zurück in das Jahr 2007. Zwischenzeitlich besuchten wir also rege das Tibethaus in Frankfurt und dort wusste man auch, dass wir eine Veranstaltungsagentur betreiben. Zum Jahreswechsel 2006/2007 erfuhren wir dann (noch) vertraulich, dass das Tibethaus Seine Heiligkeit den Dalai Lama nach Frankfurt eingeladen und er zugesagt hatte. Da Jörg und ich sowohl Buddhisten sind, als auch eine Veranstaltungsagentur haben, lag es also nahe uns zu fragen, ob wir die Großveranstaltung organisieren könnten. Wow, ich konnte es gar nicht fassen: zwei Jahre zuvor wünschte ich mir nichts mehr, als in einer Menschenmenge stehend den Dalai Lama auf einer weit entfernten Bühne sehen zu können und war sehr traurig, als es nicht klappte. Und nun dies: wir durften mit im Team sein, dass seinen Besuch organisierte und wir würden ihn sogar persönlich treffen. Eine Hürde war jedoch noch zu nehmen: Für die Durchführung der Veranstaltung wurde eigens eine Firma gegründet: die Buddhismus in Frankfurt a.M. 2009 gGmbH. Die Gesellschafter dieser Firma waren das Tibethaus, die Deutsche Buddhistische Union und die Pagode Phat Hue. Die beiden anderen Gesellschafter mussten unserer Beauftragung zustimmen, hatten aber selbst auch noch ihre eigenen Vorschläge. Zuvor sollten wir uns auch noch Dagyab Rinpoche, dem spirituellen Leiter des Tibethauses, vorstellen. Es war ungefähr im Februar 2007 als wir ihn persönlich kennen lernten und sofort sehr angetan von ihm waren. Jörg stellte uns vor und beschrieb unsere berufliche Qualifikation. Damit konnten wir schon mal Rinpoche überzeugen. Am Ende des Treffens sagte Jörg in die Runde: „Da wir als Buddhisten ja alle ohne Hass, Neid und Gier sind, wird es eine tolle Vorbereitungszeit und eine tolle Veranstaltung werden“. Rinpoche lächelte in diesem Moment. Viel später wusste ich warum!
Am 25. April 2007 stellten wir uns dann auch den beiden anderen Gesellschaftern vor: der DBU und der Pagode Phat Hue. Ich war freudig aufgeregt an diesem Tag, denn ich wusste, dass ich auch Vajramala (Vorsitzende der DBU) kennen lernen würde. Ich hatte in den letzten Jahren viel über sie gelesen und bewunderte sie. Und nun durfte ich vielleicht sogar mit ihr zusammenarbeiten. Sie war mir vom ersten Moment an sympathisch und genauso ruhig und gelassen in jeder Situation, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Unsere Vorstellung verlief gut, wir erhielten jedoch noch kein Ergebnis. In der nächsten Gesellschafterversammlung am 16. Mai 2007 wurden wir dann offiziell zur Projektleitung der Dalai Lama Veranstaltung 2009 in Frankfurt ernannt. Ich war an diesem Tag so was von glücklich und sagte abends zu Jörg: „Lass uns die nächsten zwei Jahre in jedem Augenblick genießen. Es wird bestimmt die schönste Zeit in unserem Leben werden“. Glücklicherweise ahnte ich da noch nicht, was in den nächsten zwei Jahren auf uns zukommen würde. Und das war auch gut so. So konnte mir zu diesem Zeitpunkt nichts und niemand diesen schönen Moment nehmen.
Morgen werden Sie mehr über unsere ganz persönliche Geschichte und die Entstehung des „Internationalen Symposiums für Buddhismus & Ethik“ erfahren. Es würde mich freuen, wenn Sie dran bleiben. Sollte Sie die Geschichte weiter interessieren, wäre ich für eine kleine finanzielle Unterstützung in Ihrem eigenen Ermessen zu Gunsten des Verlustausgleichs der Symposien 2010 und 2011 und dafür, dass es eventuell 2012 weitergehen kann, sehr dankbar.
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Mona Ulmer
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Kapitel 1: Wenn Dir das Leben eine Zitrone gibt…
4.7.2011 von admin.
Dies ist der Titel des neuesten Buches der Fernseh-Moderatorin Sonya Kraus. Was aber ist, wenn mir das Leben gerade eine ganze Kiste Zitronen hinstellt? Brauche ich dann nicht nur ein Glas, sondern gleich eine ganze Flasche Tequilla? Da ich noch nie Tequilla probiert habe und außerdem italienische Vorfahren habe, entschließe ich mich für ein kleines Gläschen Ramazotti und dazu, unsere Geschichte bekannt zu machen.
Vor zwei Wochen, an Pfingsten, fand nun also das 2. Internationale Symposium für Buddhismus & Ethik statt. Wie uns vielfach bestätigt wurde, hat es von den Themen und den Referenten her das erste noch getoppt. Wir haben viele dankbare und begeisterte Zuschriften bekommen. Und diese Menschen wünschen sich auch eine Fortführung des Symposiums. Doch leider waren auch dieses Mal nicht genug Besucher da, um über den Eintrittspreis die Kosten der Veranstaltung zu decken. Und Spender oder Sponsoren haben sich im Vorfeld nicht gefunden. Nachdem das erste Symposium mit einem Verlust von 60.000,– EUR schloss und das zweite noch mal mit einem Verlust von rd. 23.000,– EUR, die allein auf unseren Schultern lasten, ist unsere finanzielle Existenz am Ende. Die Bank hat unsere Konten gesperrt: wir leben im Moment von Lebensmittelspenden unserer Eltern. Unser Haus müssen wir verkaufen, bevor es die Bank zwangsversteigert. Seit dem 1. Juli sind wir beim Sozialamt gemeldet und gelten als „bedürftig“. Mit 50 Jahren stehen wir also am Ende unserer Existenz. Wie ist das alles gekommen?
Mein Mann Jörg und ich, Simone (Mona) Ulmer sind 49 bzw. 50 Jahre alt. Wir haben das große Glück seit fast 26 Jahren eine sehr harmonische Beziehung zu führen. Wir leben in Essenheim bei Mainz, haben zwar keine Kinder, aber zu unserer Familie gehören 2 kleine Hunde: Emily (spanischer Straßenhund) und Minnie (mit 1,5 Kg ungewollt zwergwüchsig), die uns sehr viel bedeuten. Außerdem der Wal „Leftie“, der vor Hawaii lebt und das Orang-Utan Mädchen „Kesi“, die auf Borneo lebt. Für beide haben wir eine Patenschaft übernommen. Wir sind Tier- und Umweltschützer und seit ca. 7 Jahren Buddhisten in der Theravada-Tradition (Einzelmitglieder in der DBU). Unsere Brötchen verdienen wir als Selbstständige mit unserer Veranstaltungsagentur „pro-mice“.
Wir praktizieren unseren Buddhismus weitgehend für uns alleine, da das Angebot in der Mainzer Region alles andere als üppig ist. Aber wir „verschlingen“ seit Jahren alles was uns an buddhistischen Büchern in die Hände kommt, wir haben einen kleinen Buddha-Altar zuhause, wir meditieren und versuchen so zu leben wie es die Metta-Suttra beschreibt:
„Mögen alle Lebewesen glücklich sein.
Mögen sie froh sein und in Sicherheit leben,
alle Lebewesen, ob schwach, ob stark,
in den oberen, mittleren oder unteren Welten,
klein oder groß, sichtbar oder unsichtbar,
nah oder fern, geboren oder nicht geboren.
Mögen alle Wesen glücklich sein“
Von Beginn an haben wir auch die Buddhismus aktuell gelesen und so waren wir total begeistert, als wir im November 2005 von der Eröffnung des Tibethauses in Frankfurt erfuhren. Zur zweiten öffentlichen Teestunde sind wir dann hingefahren. Es öffnete uns ein großer kräftiger Mönch in orange-roter Robe: Mario. Wir waren die einzigen Gäste an diesem Dienstag. Etwas schüchtern teilten wir mit, das wir eigentlich Theravada-Buddhisten seien und keine tibetischen. Er aber sagte, das sei vollkommen egal und wir seien herzlich willkommen. Den ganzen Nachmittag unterhielten wir uns über den Buddhismus, über den Dalai Lama und über Dagyab Rinpoche, den spirituellen Leiter des Tibethauses. Von da an waren wir regelmäßige Gäste im Tibethaus und lernten viele nette Leute kennen. Unabhängig von unserer eigenen buddhistischen Tradition schätzte ich schon lange den Dalai Lama und las auch seine Bücher, insbesondere die über das Glück. Und es war mein großer Wunsch ihn einmal persönlich zu erleben. Am 28.07.2005 kam er dann nach Wiesbaden in den Kurpark. Näher hätte es für uns in Mainz eigentlich nicht sein können. Eigentlich…., aber wie das Schicksal so spielt, hatten wir an diesem Tag einen wichtigen geschäftlichen Termin, so dass wir nicht hingehen konnten. Ich war sehr traurig darüber, wünschte ich mir doch von ganzem Herzen ihm einmal zu begegnen. Vielleicht ist ja etwas dran an den Wünschen an das Universum. Aber es funktioniert wohl nur, wenn sie besonders stark sind. Dies muss wohl bei mir der Fall gewesen sein; aber 2005 ahnte ich noch nicht, dass ich einige Jahre später den Dalai Lama nicht nur sehen, sondern auch direkten Kontakt mit haben würde…….
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